Überholung des hinteren Bremssattels

Überholung des hinteren Bremssattels

1. Ursache

Einseitig oder gar nicht wirkende Feststellbremsen haben ihre Ursache häufig in fest­sitzen­den Bremshebelwellen in den Bremssätteln. Man muss diese Sättel keinesfalls immer austauschen, man kann sie vielfach reparieren. Die Bilder stammen vom Sattel eines Sharan 1,9 TDI Bj.1997.

Ich rate dringend dazu, ALLE Dichtun­gen im Rahmen der Über­holung zu erneuern. Im Dichtsatz (Bosch Nr. 1 987 470 040 -834), ca. 15.-€, sind alle Teile (siehe Bild) enthalten.

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  • 1 Staubmanschette,

  • 2 Quadring fuer den Bremskolben,

  • 3 O-Ring der Kolbenstange,

  • 4 Messingführungsbuchse für die Bremshebelwelle,

  • 5 Wellendichtring des Bremshebels,

  • 6 2 neue Entlüftungsnippel,

  • 7 Staub­kappe für Entlüftungsnippel mit Verlier­sicherung,

  • 8 muss noch nachgetragen werden,

  • 9 Tube Caliper-Paste,

An Material braucht man sog. Caliper-Paste , 400er Schmirgelleinen (oder noch feiner), Bremszylinderpaste (z.B. ATE-Fett) für die Innereien der Bremse (im Reparatursatz enthalten), ein geeignetes Werkzeug zum Aus- und Eindrehen des Kolbens (z.B. von Ibaeh) und eine Zange, um den Sicherungsring zu entfernen.

2. überholung des Bremssattels

Für die Reparatur vom Bremssattel muss vorher die Bremse hinten zerlegt werden.

Wenn der Anlenkhebel bei gelöster Handbremse so aussieht ist was faul.

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Die Welle des Feststellbremshebels im Bremssattel steht nicht in ihrer Ausgangsstellung. Um einwandfrei funktionieren zu können, muss die Welle nach dem lösen wieder in ihre Nullstellung zurück gleiten und zwar ohne Hilfe einer Wasserpumpenzange oder eines Hammers (bei einwandfreier Funktion gleitet der Hebel sogar ohne die Mithilfe der großen Feder wieder in seine Ausgangsstellung zurück)!

Um zu prüfen, ob der Fehler nicht an eingerosteten Feststellbremsseilen liegt, müssen diese nun aus den Bremshebeln ausgehängt werden. Gleitet der Hebel jetzt nicht schlagartig in seine Ruhestellung zurück, sitzt er im Sattel fest. Der Bremssattel muss ausgebaut und überholt werden.

Man spannt den ausgebauten Sattel in den Schraubstock und schraubt den Bremskolben mit dem Spezialwerkzeug (siehe unten) heraus.

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Den Kolben ausbauen, die Staubmanschette und den Quadring aus dem Zylinder nehmen. Jetzt sieht man folgendes Bild:

Aus dem Federkäfig zeigt die Kolbenstange (mit Gewinde) heraus. Unten am Boden des Zylinders hält ein Sicherungsring die gesamte Mimik fest (die beiden Augen für die Zange habe ich markiert) Den Sicherungsring ausbauen. Dafür braucht man unbedingt eine gute Zange, sonst wird das nix, und die ganze Aktion ist ab hier zum Scheitern verurteilt!

Dann außen am Sattel die Rückholfeder des Anlenkhebels aushängen, die Anschlag­schraube (TX30) herausschrauben und die Mutter SW13 lösen.

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Jetzt den Hebel von der Welle abziehen (oder aushebeln) und die Welle hinein drücken.
Wenn es klemmt, gleichzeitig hin und her drehen. Der spätere Wieder­einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

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So sieht das Ding dann aus und jeder sieht, warum es geklemmt hat .

Nun die Messingbuchse und den O- Ring entfernen und die Welle so gut es geht reinigen.

Anschließend mit Schmirgelleinen fein abziehen und die Neuteile (3 und 4 des Reparatursatz) mit der Caliperpaste schmieren und einbauen. KEIN normales Fett verwenden, die Zange kann ordentlich warm werden, so etwa Kochplatte Stufe 9. Kupferpaste ist im Inneren des Sattel nicht so sehr willkommen. (Caliper = Bremssattel)

ALLES peinlichst reinigen. Am besten mit Spiritus oder Bremsenreiniger (jedoch nicht die Gummiteile) danach mit Druckluft ausblasen. Auch den Rand des Zylinders von Rost befreien.

Die Welle sieht dann in etwa so aus :

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Falls die Messinghülse nicht mit der Welle in den Sattel eingebaut werden kann, so ist sie vorher in den Sattel ein zu pressen; die Welle hat nach dem Abziehen meist Untermaß. Ich habe das mit einer ¼“-Nuss vorsichtig rein geklopft. Den O-Ring nicht vergessen! Auch wenn die Welle etwas mehr Spiel hat ist der Sattel dicht – der O-Ring macht es aus!

Jetzt tief Luft holen für den Endspurt!

Die Welle vorsichtig in die Messinghülse (grüner Pfeil) schieben, die Nase (siehe blauer Pfeil im Bild oben) muss in die Bohrung im Boden des Bremszylinders (Pfeil).

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Nun den Handbremshebel auflegen und mit der M8-Mutter SW 13 anziehen, das hält die Welle in Position.

Wenn die Feder gespannt ist und der Käfig unten richtig anliegt, den Sicherungsring einbauen - das ist ein wenig Gefummel. Wenn der Sicherungsring in seiner Nut sitzt (UNBEDINGT ÜBEPRÜFEN, OB ER WIRKLICH RICHTIG SITZT!!!) hat man gewonnen!

So muss das aussehen, die Bohrungen im Seegerring fluchten fast mit der Zylinderwand!

Jetzt den Quadring einsetzen und Kolben und Zylinder mit Bremszylinderpaste einreiben. Die Staubmanschette zuerst halb über den Kolben stülpen (auf halbe Kolbenhöhe) und dann in ihre Nut im Zylinder einbauen (das klappt meist erst beim dritten Mal!), dann den Kolben auf die Kolbenstange SCHRAUBEN (Werkzeug siehe oben), die Staubmanschette rutscht dabei von allein in ihre Kolbennut und bis zum Ende hinein drehen.

Das war´s auch schon!

Sauberkeit ist oberstes Gebot, ein klein wenig Geduld mit dem Sicherungsring und der Manschette und man hat wieder zwei einwandfrei funktionierende Bremssättel.

Disclaimer : Unsachgemäß durchgeführte Reparaturen an den Bremsen können zu schweren Unfällen führen. Deshalb sollten Arbeiten an den Bremsen dafür ausgebildeten Fachleuten vorbehalten bleiben. Laien dient dieser Artikel nur zum besseren Verständnis der notwendigen Arbeiten. Das Forum übernimmt keinerlei Haftung für Fehler in diesem Beitrag, für Verletzungen oder für Schäden die durch unsachgemäße Durchführung verursacht werden.

6 Likes

#1

Hallo liebe SGAF Gemeinde !

Da bei unserem Sharan TDi Bj. 04.2004 plötzlich Bremsflüssigkeitsverlust angezeigt wurde und ich nach Sichtprüfung feststellte das der hintere linke Bremssattel die Ursache ist habe ich mal euer Forum durchgestöbert und bin dabei auf diesen Beitrag gestoßen. Habe mir gleich den Dichtsatz(Bosch Nr. 1 987 470 040 -834) bei einem Händler bestellt,alles nach diesem Beitrag eingebaut,Bremse entlüftet-- alles Dicht und viele Euronen gespart !!

Danke!!

mfg Pierre

#2

Leider hat der Bericht einen ganz entscheidenden Fehler.
Es fehlt der hinweis daß man unbedingt eine spezial Seegeringzange
braucht. Habe den Bremssattel ausgebaut und dann festgestell das
man eben nicht mit einen normalen Zange klarkommt.
Die benötigte Zange muss abgewinkelt sein,
Schenkellänge ca. 5 cm und kleine Aufnamedorne.
Konnte diese Zange weder im Baumarkt noch im Zubehör von z.b. HZ
kaufen, Werkstätten Boschdienst ATU und andere hatten die Zange auch
nicht. Also wieder zusammengebaut und kaputt wieder eingebaut bis ich eine
Überholte kaufe.

#3

Das halte ich für ein Gerücht. :wink:

#4

Doch da ist sie.Hazet 1846B-1,6 und 37€ denn ohne bist verloren.

#5

Hallo,
ich muss nur die Staubmanschette wechseln. Muss ich alle diese angeführte Arbeiten durchführen? Ich dachte, ich muss den Kolben erst ca. 3 cm. raus drücken, den alten Staubmanschette abziehen und dann die neue einsetzen. Geht das so?

Gruß, Garfild

#6

Na jetzt bin ich aus der Sache etwas schlauer geworden. Einige Fragen noch:
1- Wie baue ich den Bremskolben ab? Ich meine in welche Richtung muss ich ihn drehen? In der Uhrzeigesinn wird alles nur noch fester. Und wenn die Manschette so wieso defekt ist, kann man den Kolben nicht mit einer Wasserpumpenzange raus drehen?
2- Wenn ich beim ausgebautem Bremssattel auf die Bremse drücke, wird der Kolben ausfallen oder bleibt er irgendwann stehen?

Gruß, Garfild

#7

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