#184
UPDATE:
Vorgestern Abend bin ich etwas ambitionierter vom Besuch meiner Eltern in Bremen nach Hause gefahren (die meiste Zeit 200-230 km/h). Der Motor ist wunderbar gelaufen, sauberer Durchzug, hat wirklich Spaß gemacht, mit dem Dickschiff zu fahren. Knappe 30 km vor Ankunft zuhause ist dann bei moderaterer Fahrt (um die 180 km/h) auf einmal Krach auch dem Motorraum gekommen - vom Klang her so wie ein Käfermotor mit dem typischen „Patschen“. Der Motor lief aber noch völlig rund, kein Öl ausgetreten, Abgasanlage war auch noch da, wo sie hingehört. Nach einer kurzen Inspektion (ich bin direkt angehalten) hab ich mich entschieden, den Wagen in Schleichfahrt nach hause zu bringen.
Gestern hatte ich ihn dann auf der Bühne und folgende Bilder haben sich gezeigt:
Etwas rußiger Hintern…
Bei näherem Blick auf den Abgaskrümmer / Turbo:
Man beachte die Verschlussplatte auf dem AGR-Flansch…
Die ausgebaute Platte:
Man sieht, dass sich die Dichtungsplatte unter der Stahlplatte durch die Hitze am Abgaskrümmer halbkugelförmig nach außen gewölbt hat. Ganz offensichtlich haben wir dort einfach mal die Kraft und die Hitze unterschätzt, die bei längerer Dauervollgasfahrt auf der Autobahn auftritt. Positiv dabei: der ganze Rotz ist offenbar nach aussen weggeflogen und es ist nix in den Turbo gekommen. Allerdings ist durch das Loch ein guter Teil des Abgases schon vor dem Turbo nach oben rausgeblasen worden - dazu gleich mehr.
Ich habe die Verschlussplatte dann ein wenig umgeschweißt, in dem ich eine große V2A-Unterlegscheibe und darauf eine VA-Mutter M12 verschweißt habe. So kann ich immer noch Sonden bei Bedarf einschrauben.
Das ganze noch mit schwarzem Auspufflack „veredelt“:
Ich habe zum Lackieren von unten einen M12-Bolzen reingedreht - am Auto wurde der natürlich von oben reingedreht 
Arbeitsaufwand inkl. Trocknen des Lackes keine anderthalb Stunden. Sehr erfreulich. Allerdings hat sich dann nach Start des Motors gezeigt, dass zwar der Auspuffkrach weg war, nicht jedoch die Leistung / der Ladedruck dafür wieder da. Fehlerspeicher ausgelesen usw, keine Fehler abgelegt. Der Turbo war trocken und russfrei; ich gehe davon aus, dass er nix abbekommen hat. Bei der Fehlersuche habe ich dann festgestellt, dass am Schlauch zur Unterdruckdose am Turbo kein Vakuum anliegt. Das ist schlecht. Also habe ich zu Testzwecken das N75 (Ladedruckregelung) überbrückt, in dem ich direkt von der Tandempumpe Unterdruck auf die Druckdose vom Turbo gelegt habe. Und siehe da, Ladedruck war wieder da - der Turbo ist also intakt. Allerdings kann ich nicht dauerhaft mit deaktiviertem N75 fahren…
Warum hat es (vermutlich) das N75 gerissen? Das N75 (sowie das N18 und das Magnetschaltventil für die Abstellklappe) sind hinter einem Hitzeschutzblech im Motorraum unterhalb des Wasserkastens montiert - quasi genau im „Abgasstrahl“ meines Lochs in der Verschlussplatte. Ich nehme also an, dass die Ventile ein wenig zu sehr gegrillt wurden… Fürs erste könnte ich N18 und N75 gegeneinander austauschen, da ich das N18 eh nicht brauche (AGR-Taktung) und beide Ventile sehr ähnlich (aber nicht identisch) sind - da ich aber heute am späten Nachmittag ein neues N75 bekomme, wollte ich die Arbeit nicht 2x machen.
Mal schauen, was sich so tut…
Fabian