Standheizungsfernauslösung - Die Standheizung per Handy einschalten

Ich möchte hier die Handy Fernauslösung für meine Standheizung präsentieren. Vorneweg: Das ist ein Bericht wie ich es gemacht habe. Wenn das jemand nachbaut ist er selber für sein Tun verantwortlich und ich übernehme keinerlei Verantwortung oder Haftung.

Alle Bauelemente sind SMD-Bauelemente und wurden in die originale Uhr eingebaut. Ich selber hatte mir zuerst eine 2te Uhr besorgt (weil ich die Elektronik selber entwickeln musste), der hier dargestellte Schaltplan ist aber ausgereift und man schafft es die Uhr an einem Abend zu modifizieren. Der eigentliche Einbau ist dann in 10 min erledigt.

Fangen wir mit dem Schaltplan an:

Wir wollen den Standheizungstaster vom Handy drücke lassen. Unser elektronischer „Drücker“ ist der NMOS-Transistor N1. Das Gate von N1 wird über N2 auf Low gehalten solange kein Anruf erfolgt. Wird das Nokia 6610i (8€ auf Ebay) angerufen, so geht Pin 12 vom Nokia auf 2V und schaltet damit Q2 durch. Der Kollektor von Q2 geht auf low und N2 schaltet aus. Damit geht der Drain von N2 auf 12 V und schaltet damit N1 ein --> unser Heizungstaster wird gedrückt. Die Schaltuhr zieht jetzt den Schaltkontakt der zur Uhr geht auf 12V. Dieses Signal wird genutzt um über N3 sicherzustellen dass der Taster kein 2tes Mal gedrückt wird solange die Heizung läuft. Damit ist sichergestellt dass ein versehentlicher 2ter Anruf die Heizung nicht wieder ausschaltet.
Die Zweite Funktion der Schaltung ist das Laden des Nokia 6610i. Hierfür nehmen wir einfach einen 7806 Spannungsregler und einen 1,5 Ohm / 2W Widersand. Das Nokia 6610i zieht 800 mA während des Ladens. Einmal geladen ist der Strom sehr klein. In jedem Fall sollte der 7806 ein 2A Typ sein. Das Kühlblech des 7806 muss ausreichend groß dimensioniert sein und der Widerstand wird im Ladebetrieb sehr heiß, muss also entweder ein Kühlblech haben oder groß sein und freie Konvektion haben! Ist der Kühlkörper nicht ausreichend besteht Brandgefahr (baue das hier bitte nur nach wenn du alles vollständig verstehst und weißt wie man 7W Wärmeleistung abführt. Zwei Bilder unten zeigt meinen Kühlkörper.


Das Bild oben zeigt die von der Uhr benötigten Anschlüsse. Ich habe das Uhrgehäuse aufgeklippst und anschließend im inneren die Verdrahtung vorgenommen. Die SMD-Bauelemente habe ich verlötet und anschließend mit Sekundenkleber fixiert. So ist alles sehr klein. Die Widerstände sind alles 0806 bis auf R1 (großer 2W Typ).


Da ich keinen Nokia-Stecker hatte, habe ich das Kabel einfach festgeklebt und Masse, Ladespannung sowie Pin 12 direkt verlötet. Wer einen Handystecker hat braucht das nicht zu machen - es besteht keine Notwendigkeit das Handy zu öffnen.


Hier ist besagtes Kühlblech zu sehen. Das kleine Kühlblech dass man in der Uhr sieht ist zu klein - dieses allein wird 150°C heiß! Mit dem Zusatzkühlblech beträgt die Maximaltemperatur 90°C direkt am Spannungsregler und 70°C am Blechende. Das Blech habe ich zusätzlich dünn schwarz lackiert zur besseren Wärmeabstrahlung. Das Blech ist ausreichend, von der Dimensionierung her aber am unteren Limit. Im Normalbetrieb wird natürlich nichts heiß, aber wenn die Autobatterie mal ein paar Tage nicht angeschlossen war dann wird das Nokia laden und damit das Blech für eine gewisse Zeit heiß! Also bitte alles mit Sachverstand machen und besser nicht machen wenn man nicht genau weiß was man tut! Ich übernehme natürlich keinerlei Haftung für meine Beschreibung!


Im Sharan ist die modifizierte Uhr dann sehr einfach einzubauen: Klettband hält das Handy (siehe Bild).


Und etwas Schaumstoff sorgt dafür dass alles weich gehalten wird (sollte sich das Klettband in der Sommerhitze doch mal lösen).


Dann die Abdeckung wieder einbauen - und fertig :slight_smile:

Hier noch was zur Konfiguration den Nokia 6610i:
Die Standheizung soll natürlich nicht von jedem eingeschaltet werden können der es anruft sondern nur von einer bestimmten Rufergruppe. Hierzu legt man für alle Telefonnummern welche die Standheizung einschalten dürfen einen Kontakt an und versieht diesen mit der Rufergruppe „VIP“. In den Signaleinstellungen stellt man nun bei Rufsignal „VIP“ ein (default ist „alle“). Jetzt klingelt das Handy nur noch bei den als VIP markierten Nummern. Den Vibrator schaltet man am besten auch gleich stumm. Wichtig ist noch, dass man alle Mitteilungssignale auf Stumm schaltet! Das ist wichtig, damit die Standheizung nicht beim Empfang von einer SMS aktiviert wird (z.B. nach einer Handylokalisierung).

Bezüglich der SIM-Karte: Man holt sich eine „Post-Paid“ Karte ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz. Im Moment hat O2 hier das unschlagbare Angebot: 0€ für den Versand der Karte, 0€ Grundgebühr, 0€ Mindestumsatz. Zusätzlich kostenloser Handyfinder (falls das Auto mal geklaut wird sehr praktisch :wink: Gesamtkosten: 0€ --> Vielen Dank O2 :slight_smile:

Das ganze läuft in meinem Sharan einwandfrei! Ich habe die gleiche Schaltung auch bereits in meinem Passat verbaut und dort funktioniert alles seit Monaten bestens :slight_smile:

#1

Gute Arbeit.
Allerdings wirst du vermutlich mit der O2-Karte keine Freude haben. Die wird nach einiger Zeit deaktiviert wenn keine Aufladung erfolgt. Das Thema habe ich schon durch als Handykarte für die Kids.

#2

Doch, er hat eine POST-Paid (nicht PRE-Paid) Karte verwendet.

#3

Die Post-Paid-Karten haben kein Verfallsdatum! Du musst sie mit deinem Bankkonto verlinken (Abbuchungsgenehmigung) und dann bekommst du monatlich eine Email mit deiner 0€-Rechnung :slight_smile:

#4

Moin,

was wäre denn, wenn man den Handyakku komplett rausschmeisst und das Handy direkt mit Spannung versorgt (über Spannungsreglung natürlich).

Damit hätte man den hohen Ladestrom auf jeden Fall aussen vor. Das Handy selber wird niemals so viel Strom ziehen. Ich denke, dass man damit die Temperaturproblematik entschärfen zu können.

Gruß
Meschi

#5

Das geht nicht - der Akku gehört zum Spannungsversorgungskonzept. Du könntest vielleicht einen dicken Kondensator und einen Spannungsregler reinpacken, hast aber sofort ein Problem wenn du mal die Batterie abklemmen musst oder deine Batterie im Winter den Geist aufgibt. Dann musst du das Handy ausbauen nur um es wieder einzuschalten. Die Batterie drin zu lassen macht schon Sinn. Und sobald der Akku voll ist hast du ja den gleichen Zustand das nur ganz wenig Strom fließt.

#6

Das leuchtet ein.

#7

Akku: 7-Tage-USV 8)

Warum 6V-Regler + Widerstand und nicht direkt ein 5V-Spannungsregler?
Bei einem Nennstrom von 2A und einer Last von 800mA sollte der kaum lauwarm werden…

Lieben Gruß

#8

Weil das Nokia es so will. Spezifiziert sind 5.7V 800 mA als Quelle. Wenn du 5V dran hängst meldet es „Ladefehler“ und bricht das laden ab. Ich habe es ausprobiert weil ich das gleiche gedacht habe.
Man kann natürlich einen ordentlich DC/DC Wandler einbauen und das Problem ist geritzt. Das passt dann aber nicht mehr in die Uhr und ich wollte eine Plug&Play-Lösung.

#9

Und wenn Du den Pin 2 des 7805 mit der Anode einer Diode (z.B. 1N4007) verbindest und deren Kathode dann an Masse legst. Damit solltest Du ca. 5,7V am Ausgang des 7805 bekommen.

Gruß
Meschi

#10

Das macht aber nur 0.7 V Unterschied - das ist dem Nokia egal. Außerdem geben die die 0.3V etwas Luft nach oben (der elektroniker sagt „Headroom“) so dass die Stromquelle etwas hochohmiger (besser) wird. Der Widestand ist aber gar nicht das Problem - die meiste Leistung muss eh der Spannungsregler verbrennen. Wenn man es mit einem Spannungsregler machen will dann ist 7806 die beste Lösung. Noch besser wäre natürlich ein 800 mA strombegrenzter 5.7V DC/DC Wandler. Nur der passt dann eben nicht mehr in die Uhr rein.
Und nochmal: Das alles spielt nur eine Rolle wenn die Autobatterie längere Zeit ab war und das Handy nachladen muss. So ein DC/DC-Wandler wird nämlich erst gut wenn richtig Strom gezogen wird. Bei dem geringen Eigenverbrauch eines Handys (das nicht läd) gewinnt der 7806 sogar vom Wirkungsgrad her.

#11

Das glaube ich nicht. Die Dinger sind doch kaum größer als ein 78xx.
Ich hätte da sogar ein normales 12V-Handyladegerät verbaut. Kostet auch nicht viel, und funktioniert.

Oliver

#12

Ja, einfach ein fertiges Ladegerät zu nehmen ist eine gute Alternative. Der Einbauort bietet auch mehr als genug Platz dafür. Aber ich wollte eigenlich hier nicht ein Ladegerät präsentieren, sondern die Schaltung zum Einschalten der Heizung.

#13

Und das hast Du gut gemacht, ich finde das super prima.gif

#14

Übrigens. Wie viel die ganze Versammlung? Ich will etwas für mich hier in Finnland unbedingt erforderlich ist.