Neues Fahrwerk verbaut und nun stimmt der Sturz nicht mehr!

Hallo Fangemeinde, Leidensgenossen oder wie auch immer!

Ich habe bei meinen Galaxy ein neues Bilstein Fahrwerk B12 eingebaut mit Eibach Federn (30 mm).
Querlenker, Koppelstangen und Spurstangen sind ebenfalls neu.

Heute war ich zur Achsvermessung.
Spur wurde korrekt eingestellt, jedoch passt nun der Sturz nicht mehr.

Vorne links - 0,56 und vorne rechts - 1,56.
Also 1 Grad unterschied.

Der Mechaniker sagte mir, man könne den Sturz beim Galaxy vorne nicht einstellen.
Er wüsste nicht, woran es liegen könnte, dass der Sturz nicht passt.
Wir haben das Fahrwerk gemeinsam noch mal durchgesehen, ob alles richtig verbaut ist.
Auf den ersten Blick wäre uns nichts Negatives aufgefallen.

Frage, weiß jemand, was ich falsch gemacht haben könnte beim Einbau?
Ist der Unterschied von einem Grad überhaupt so relevant?

Bitte um Hilfe!

#1

Kannst du dich noch an die Sollwerte erinnern? Ich glaube das waren so -20°
Soweit ich mich erinnern kann sind da fast 2 Grad Toleranzbereich.
Wir sprechen hier vom Sturz, als den Winkel des Reifens senkrecht zur Straße. Da wirkt sich schon ein minimal unterschiedlicher Luftdruck in den Reifen massiv aus.
Wurden die Grundbedingungen eingehalten?
Keine Beladung, Tank voll, Sitze gleichmässig verteilt.
All das wirkt sich direkt auf den Sturz aus. Ebenso wenn die Messwertaufnehmer minimal falsch auf der Felge aufliegen.

Der Fehler bei der Montage? Hast du mal nachgemessen wieviel mm die Dämpfer in der Hülse stecken? Da machen 5 mm Unterschied eine Menge aus.

#2

Hi,

Danke erstmal für die Antwort.
Also ich habe die Spur nun zum zweiten mal bei ATU vermessen lassen.
Leider mit genau dem selben Ergebniss.
Der Sturz ist um etwas mehr als ein Grad unterschiedlich zum linken Vorderrad.
Er meinte das wäre deutlich zuviel.
Auf dem Messcomputer wurde das auch in rot angezeigt.
Alle anderen Werte waren im grünen Bereich.

Also Luftdruck ist völlig identisch auf beiden Seiten.
Tank fast voll.
- 20 Grad kann nicht sein, der ATU Mensch meinte das 1 Grad unterschied viel zuviel ist.
Seine Aussage, ich kanns nicht beurteilen.
Das mit den Dämpfern in der Hülse versteh ich aber nicht so ganz.
Kannst du mir das genauer erklären?

Beim zusammenbau habe ich den Querlenker auf der Bühne festgezogen und nicht als das Fahrzeug auf dem Boden Stand.
Allerdings beide Querlenker. Kann das was ausmachen?. Müsste dann aber der Sturz auf der linken Seite nicht ebenfalls verstellt sein?

#3

Zuerst solltest du von der Werkstatt mit den drei Buchstaben Abstand nehmen. Egal von wo habe ich es noch nie erlebt das die es geschafft haben ein Fahrzeug korrekt zu vermessen.
Sorry mit den 20°. Da waren eigentlich 20’ gemeint.
Die Dämpfer stecken in einer Klemmhülse am Radlagerträger (Unterer Teil des Dämpfers). Wenn die dort Unterschiedlich weit eingeschoben sind kannst du verschiedene Sturzwerte produzieren.
Warum sich der Typ aber an dem einen Grad so aufgeilt ist mir vollkommen Unklar. Was will er dir denn verkaufen? Das eine Grad hat er schon erreicht wenn er seine Felgenschlagkompensation fehlerhaft ausführt. Wir reden hier von Sturz, also einen Wert der sich ständig variabel mit dem Beladungszustand des Fahrzeugs ändert. Eine Abweichung von 51’ Außerhalb des Toleranzbereichs sind ca 1,5 mm an der Oberkante der Felge.

Ich habe dir mal die kompletten Einstellwerte rausgesucht:

Vorspur: 0°10’ ± 20’
Sturz: 0°20’ ± 45’
Max. Sturzunterschied: 1°
Sturz nicht einstellbar

Nach meiner Meinung solltest du mit der Einstellung so zurechtkommen. Steht das Lenkrad gerade und läuft er gerade in der Spur? Dann lass ihn.

Die Querlenker solltest du nochmals ändern. Dadurch werden die Querlenkergummis verdreht und die werden in kürzester Zeit zerstört. Ich hebe zum Anziehen die Querlenker außen mit einem Getriebeheber an und ziehe sie dann fest. Da muß ich nicht unterm Auto rumkriechen.

#4

Du solltest alle Verschraubungen lösen und ca 2 km fahren behutsam natürlich. Anschließend alles auf dem Boden stehend festziehen. Da eignet sich ein Achsmessstand

Dann nochmal vermessen und wenn man in einem Kreisbogen auf den Achsmessstand fährt vor der Vermessung 3 4 mal vor u. Zurück fahren und bremsen zum entspannen des Fahrwerks

Und 1 grad ist deutlich zuviel Sturz sollte gleich sein!

#5

Das mit dem ATU kann schon stimmen. Die erste Messung hat jedoch bei Reifen Popp stattgefunden.
Die sind sehr gut (Reifenhändler meines Vertrauens).

1 Grad Abweichung ist max. zulässig. Habe ich inzwischen auch recherchiert.
Um erhlich zu sein, wollten die mir nichts verkaufen. Beide haben mir nur gesagt, dass der 1 Grad unterschied schon erheblich was ausmacht. Sind minimal etwas mehr als ein Grad (sihe Messprotokol).
Der Popp Mechaniker meinte, dass sich der Reifen innen ziemlich schnell abfahren wird.

Das Lenkrad steht leicht nach links bei geradeausfahrt. Haben Sie beide nicht besser hinbekommen. Lenkrad war dabei arretiert, so wie es sich gehört.
Die Dämpfer hab ich jetzt gleich mal nachgemessen (Hab ne KFZ Grube). Die sind beide komplett gleich weit eingeschoben. Ist aber auch nicht anders möglich. Beim Einbau, musst die Schraube unten am Dämpfer durch die Aussparung geschoben werden. Geht gar nicht anders.

Ich hab mal das Messprotokoll vom Reifen Popp mit reingestellt. So wie ich das sehe würde der Sturz an der Hinterachse auch nicht wirklich passen.

Vielleicht kann mir ja jemand was dazu sagen.

#6

Welche Verschraubungen genau meinst du, die ich lösen soll?

#7

#5 Du kannst weder an der Hinterachse noch an der Vorderachse den Sturz einstellen.
Wenn nach einer Vermessung das Lenkrad schief steht kann der seinen Mist wieder aufbauen und das ganze nochmal machen. Wenn er das nicht kann dann hat er wohl keine Ahnung was er da macht. Geht nicht anders kann er der Oma aus dem Hinterwald erzählen.
Zur Belohnung weil er keine Ahnung hat hat er dir die Spur noch beschixxener eingestellt damit sie auch wirklich die Innenflanken abnimmt und er mit seiner „Theorie“ Recht hat.
Warum zum Teufel hat er den auf positive Spur gestellt wenn die Vorgabe - 0°10’ lautet?

Nur mal so gefragt: Wie lange ist eigentlich das Fahrwerk schon drin? Wurden die Domlager auch gemacht? Wieviel Kilometer bist du bis zur ersten Vermessung gefahren?
Irgendwie sieht das so aus als wäre der nicht richtig eingefedert oder das Fahrwerk hat sich noch nicht gesetzt.

#8

Das Fahrwerk ist jetzt gut eine Woche drin. Bin ca. 70 Km damit gefahren und habs dann vermessen lassen.
Domlager sind ebenfalls neu.
Dachte ich sollte gleich nach dem Einbau die Spur einstellen lassen. Ist das nicht korrekt?
Der Wert für die Spur liegt bei -10 bis + 030. Istwert ist 007.
Sollte eigentlich passen.

#9

Und jetzt mal Hand aufs Herz. .Hast du Vermessungswerte vorm dem Tieferlegen? Wenn nich dann lass es so. Wenn du vorher keine Probleme hattest, wird sich da jetzt kein Problem entwickeln.

Mfg Nico

#10

#8 … und genau mit den Werten wird er sich innen abfahren.
Bei der Spur ist der Sollwert -0°10’ mit Betonung auf das „Minus“ und es gibt keinen Grund den nicht so einzustellen. Das ist Pfusch. Und der Pfuscher geilt sich dann an 1° Sturzabweichung auf? Wer war das? Der Azubi im Ersten?

#11

Zur Erklärung:
Sturz ist die Stellung des Reifens Senkrecht zur Fahrbahn.
Dadurch steht der Reifen an der Innenkante minimal stärker auf. Macht grundsätzlich wenig aus und ist bei älteren BMW sogar so gewollt um die Fahrstabilität zu erhöhen.

Spur ist die Stellung der Reifen zueinander aus der Parallelen.
Wenn dieser Winkel verändert wird fangen die Reifen an auf der einen Seite zu radieren, da sie ja nicht mehr gerade zueinander stehen. Hierbei wird eine Seite des Reifens massiv abgerieben.

Nimm zwei Rollen Tesafilm und stelle sie vor dich hin. Zuerst drückst du sie oben etwas zusammen und schaust dir an wie sie auf dem Schreibtisch stehen. Die stehen auf der Innenkante und wenn du sie vorwärts rollst werden sie sich auf der Innenkante bewegen, aber ohne nennenswerten Widerstand.
Jetzt nimmst du die beiden Rollen und drückst sie vorne zusammen. Wenn du sie jetzt über den Schreibtisch bewegst wirst du merken das sie ständig gegen einen Widerstand geschoben werden müssen weil sie ja nicht genau Parallel zueinander stehen.

Also ist es wenig störend wenn die oben weiter beisammen sind (Sturz) weil sie ja dann einfach nur etwas weiter innen auf der Lauffläche stehen. Braucht zwar minimal Reifen, aber hält sich in Grenzen.
Wenn die Reifen aber aus der Parallelität geholt werden machen sich selbst kleinste Veränderungen schon massiv bemerkbar. Da ist der Unterschied zwischen -10’ und +10’ schon gewaltig zu merken. Insbesondere beim Reifenverschleiß.

#12

Nein, ich habe keine Vermessungswerte vor dem Tieferlegen. Hatte aber auch nie Probleme.

#13

#12 Mach ca. 200 km mit dem Fahrwerk voll und vermesse das Ding dann nochmals. Aber dabei solltest du auf folgendes bestehen:

Spur im Sollwert und nicht irgendwo im Toleranzbereich! 1-2’ sind ok, aber alles andere ist Sch…
Lenkrad Gerade!

Und ja, beides geht. Mit neuen Spurstangen sogar ohne Probleme. Wenn er das nicht hinbekommt soll er das jemanden machen lassen der Ahnung hat wie vermessen wird. Es soll sogar Mechaniker geben die schaffen das beim SGA ohne das Lenkrad zu arretieren. Dabei wird auch mal zwischen der ersten und der zweiten Spurstange das Lenkrad bewegt.

Lass dir meine Erklärungen aus #11 in Ruhe durch den Kopf gehen und gehe dann zu dem Vermesser dem du eine vernünftige Einstellarbeit am ehesten zutraust. Du warst ja soweit ich das sehe bei zwei verschiedenen.

#14

Aaalso ich habe das mal so gelernt, dass Fronttriebler leicht negative Vorspur (heisst im Ruhezustand laufen beide Räder leicht nach aussen) und Hecktriebler leicht positive Vorspur bekommen.

Hätte den Grund, dass Fronttriebler die Vorderräder nach innen ziehen und Hecktriebler die Räder nach aussen schieben. Leuchtet irgendwie ein, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen.

#15

#14 Ist ja auch Richtig. Deshalb hat er ja Sollwert von -0°10’. Aber der wurde ja auf positive Spur eingestellt. Das ist ja der Mist.

#16

Chaot du erzählst hier ziemlich viel Mist!

Die Spur ist top. Bei einem Front angetriebenen Fahrzeug stellt man immer ca neutrale bis leicht postive Spur ein. Da einmal die Antriebs Kräfte die Räder vorn zusammen ziehen (Spur wird positiver) die Rollkräfte jedoch die Reifen vorne auseinander drücken (Spur wird negativer) auf der Autobahn hat er so ca 0 Spur. Passt schon ist ja auch im Soll. Und die Rollkräfte überwiegen. Hecktriebler bekommen gut 15’ +Spur

Desweiteren wirst du mit diesen Sturzwerten erstens nie einen Grade Auslauf haben da du einen Abrollkegel nach Links hast. Das Auto fährt demnach nach links und du musst gegen lenken was ein Schiefstand des Lenkrads zur Folge hat.

Das Messprotokoll ist von einem John Bean Messstand. Hat er so aufnehmer mit so runden reflektierenden Punkten an den Rädern montiert? Wenn Ja ist es ein 3d Messstand und sogut wie der Beste auf der Welt! Da kannst du auch keine Felgen schlag Kompensation falsch machen!

Mein Tipp für dich wäre jetzt die Querlenker am Achsträger zu lösen sowie die Domlager zu kontrollieren das die gut sitzen. Eine Runde mit gelösten Querlenkern zu fahren und Sie dann festziehen ohne das Auto auszuheben. Wenn du in einem Kreisbogen auf die Grube oder den Achsmessstand fährst vor festziehen den Stress aus dem Fahrwerk nehmen indem du 2 3 mal vor und zurück fährst und dabei stark bremst.

Anschließend neu vermessen.

#17

#16 Ok, wenn du IMMER positive Spur einstellst dann frage ich mich tatsächlich, warum die Hersteller negativ vorgeben?
Beim Heckantrieb hast du ja durchaus Recht und dort wird meist auch positive Spur vorgegeben. Aber beim Fronttriebler sieht das schon anders aus.

Woran meinst du einen John Bean Messstand zu erkennen? Und wie kommst du zu der Aussage, dass das der beste der Welt ist? Das ist wohl Mist, da gibt es weitaus bessere.

Und zum Schluß: Was hat gegenlenken mit einem schiefen Lenkrad zu tun?
Wenn der nach links zieht, musst du gegenlenken. Das hat überhaupt nichts mit dem Geradestand zu tun. Denk mal nach was du da erzählst!

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#18

Gegen #16 spricht schon die Logik, wenn die Karre während der Fahrt in Richtung positiv „verstellt“ und bei Fahrt neutrale Spur angestrebt wird, dann muss man vorher negative Spur einstellen.

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#19

Leute jetzt streiten euch mal nicht.
Das Board hier ist wirklich gut und ich hab ja nach euren Meinungen gefragt.
Es geht hier um eure Erfahrungswerte und die ersetzen häufig das Fachwissen.

Ja, das ist ein 3D John Bean Messstand.
Die Reifenfirma, die die Messung durchgeführt hat, ist sehr gut. Ich bin dort seit fast 15 Jahren und war immer zufrieden.
Von da her denke ich schon das der Mechaniker alles richtig eingestellt hat.

Er hat mich ja auch dazu gerufen und mir erklärt das der Sturz nicht stimmt am rechten Vorderrad. Wir haben dann beide auf der Bühne das Fahrwerk
durchgesehen. Aber nichts Ungewöhnliches entdeckt.
Natürlich habe ich Ihm gefragt, woran das liegen könnte.
Aber das er hierzu keine großartige Aussage treffen kann ist doch normal. Stellt euch vor ich würde seiner Vermutung nachgehen und zum Reparieren anfangen und dann passt es hinterher doch wieder nicht. Ne, dafür wird er nicht die Verantwortung übernehmen. Es gibt halt viele Ursachen.

Die Idee mit dem Lösen der Schrauben des Querlenkers finde ich gut.
Probieren kann man es ja.

Ich habe mir nun so eine Radsturzwaage bestellt. Mir ist klar, dass man dadurch keinen optimalen Wert rauslesen kann. Aber man kann sehen ob sich was geändert hat, nachdem man dran rumgebastelt hat.

Laut dem Protokoll stimmt der hintere Sturz des linken Rades ebenfalls nicht so ganz, oder täusch ich mich?
Kann man am hinteren Sturz noch was einstellen?

Ja und dann noch mal zum Einfahren des Fahrwerks, bevor man zur Achsvermessung geht.
Hier gehen die Meinungen wirklich auseinander.
Die einen meinen, dass man sofort zur Achsvermessung gehen sollte und im Reparaturleitfaden von Elsa (VW Programm) steht man sollte erst ca. 1000 bis 2000 km fahren.

Ich habe jetzt mal der Fa. Bilstein geschrieben (von denen ist das Fahrwerk), was die denn zum Einfahren meinen.
Sobald die sich gemeldet haben, teile ich euch mit was die dazu schreiben.