Garantieverlust durch Insp. bei freier Werkstatt ?

Hallo Leute,

bei mir ist demnächst die 30000er fällig. „MUß“ ich in die ford-Verkstatt oder kann ich auch zu einer Freien oder zum Bosch - Service. Da ich noch Garantie bis 09/2006 habe, frage ich mich eben wegen der Kosten, auch im Hinblick auf die 60000er ob es wirklich die teure Vertragswerkstatt sein muß ??? Kann mir Ford im Ernstfall die Garantieleistung verweigern, wenn ich wo anders in der Inspektion war ?

Danke schon mal für eure Infos…

Gruß an Alle

#1

Bei einem anstehenden Garantefall fällt der erste Blick in das Serviceheft. Ist da kein Stempel eines Vertragshändlers drin, gibt es auch keine Garantie. Man kann doch schlecht von jemandem verlangen im Garantiefall zu zahlen, aber im Falle einer Inspektion wird dem Händler die Arbeit und der Verdienst verwehrt Ich glaube das ist nicht der richtige Weg.

Als ich noch als Mechaniker bei VW gearbeitet habe, kam auch ein Kunde, der alles mögliche beanstandet hatte. Da war sogar einer aus dem Werk da. Bevor er aber nicht die Inspektion durchführen läßt, durften auch keine Garantiearbeiten ausgeführt werden. Halt geben und nehmen.

#2

Geben und nehmen ? 30000er ist Ölwechsel mit Filter und Pollenfilterwechsel, ansonsten Auto angeschaut und fertig !

Das soll 255 € kosten = 500 DM !!! Das hat nur noch mit NEHMEN zu tun !

Ich bin gelernter Kfz.-Mechaniker und immer noch in dieser Branche tätig (Bosch Großhandel für Kfz.-Teile und Werkstatt-Prüftechnik)- also kann ich gut das Preis- Leistungsverhältnis bewerten.

Ich habe schon mehrfach gehört, daß es lt. Gesetz nicht mehr zulässig ist, den Kunden mit Gewalt an den Vertragshändler zu binden indem man ihm mit Garantieverlust etc. droht wenn nicht jeder € in die Vertragshändlerkasse fließt.

…wer kann dazu was sagen ?

Gruß

R.

#3

In jeder ATU-Filiale liegt der Gerichtsentscheid aus der besagt das der Verbraucher entscheidet in welcher Kfz-Weisterwerkstatt er die Inspektion durchführen lässt ohne den Garantieanspruch zu verlieren. Entscheident ist das die Inspektion nach Herstellervorschrift durchgeführt wird.

Davon unabhängig kommt mein Fahrzeug trotzdem in die Markenwerkstatt denn spätesten wenn ein Kulanzantrag gestellt werden muß wird man wohl auf der Verliererseite stehen.

Außerdem bin ich mit meiner Vertragswerkstatt gut zufrieden.

Gruß

Andreas

#4

Falsch !!!

Nach den neuen europäischen Richtlinien sprich GVO dürfen Wartungsarbeiten auch von fachkundigen freien Werkstätten durchgeführt werden.

Das grosse Manko ist, das die wenigsten bis heute Garantie und Gewährleistung auseinander halten können.

Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, die selbstverständlich verweigert werden kann wenn das Fahrzeug nicht bei einem autorisierten Händlerbetrieb gewartet wurde.

Unabhängig davon hat aber jeder NEUE Gegenstand, in diesem Fall ein Auto, eine zweijährige Gewährleistung die mit der Zulassung des Fahrzeuges beginnt. Im Falle der Gewährleistung spielt es keine Rolle von wem das Fahrzeug gewartet wurde, wichtig ist nur das es den Wartungsumfang nach Herstellervorgaben erhält. Diese sind dem Serviceheft zu entnehmen und können von jedem Kfz.-Meisterbetrieb durchgeführt werden.

Doch jede Medallie hat zwei Seiten, nach Ablauf der Garantie bzw. der Gewährleistung spricht man immer von einem Kulanz-Jahr. Kulanz ist aber eine noch freiwilligere als freiwillige Leistung der Herstellers und wird bestimmt nicht gewährt wenn sich z.B. ein ATU-Stempel im Serviceheft befindet.

Nochmal zum mitschreiben:

Garantie 2 Jahre oder länger = Freiwillige Leistung des Herstellers !!!

Kulanz bis zu einem Jahr nach Ende der Garantie = Freiwillige Leistung, mit häufig prozentualer Zuzahlung, des Herstellers !!!

Gewährleistung 2 Jahre = Gesetzlich vorgeschrieben, bei Gebrauchtsachen verkürzbar auf 12 Monate.

Gruss

Galaxy-Toto

#5

Die Gewährleistung von 2 Jahren beruht doch auf der Beweisumkehr nach 6 Monaten, oder bin ich da verkehrt informiert ?

Sollte das der Fall sein, würde ich einen Teufel tun, mein Auto nicht in der Vertragswerkstatt warten zu lassen.

P.S.: von welcher Summendifferenz reden wir denn, und ist es uns die eventuellen Scherereien wirklich Wert ?

30.000 er Inspektion ist aber nicht nur mehr ein Ölwechsel und Filterwechsel. Das ist die 15.000er

#6

@nanimarc

Natürlich hast du recht mit der Beweislastumkehr nach sechs Monaten.

Ich habe diesen Passus allerdings absichtlich nicht genannt weil ich zunächst einmal die grundsätzliche Frage klären wollte.

Bei der Beweislastumkehr ist es z.B. schwer nach sechs Monaten glaubhaft zu beweisen das im Falle eines Motorschadens das richtige Öl bei der Wartung durch eine freie Werkstatt verwendet worden ist. Es könnte genau so gut Probleme mit anderen Bauteilen die in Zusammenhang mit der Wartung stehen kommen. Dieses alles ist sicherlich richtig, schmälert dadurch aber nicht den Gesamtumfang der Gewährleistung. Wenn wir uns dann aber mal in die Lage des verkaufenden Händlers versetzen so wird der sich nicht daruber freuen wenn ihm ein Wartungsauftrag verloren geht. Auf der anderen Seite wird er sich fragen ob er einen potentiellen Neuwagenkunden im Falle einer fraglichen Gewährleistung vergraulen sollte.

Gruss

Galaxy-Toto

#7

Weißt Du Toto, ich frage mich bei solchen Fragen hier nur manchmal, warum man auf Teufel komm raus 50 Euro sparen will, um ein gewisses Risiko auf sich zu nehmen. 25.000 Euro und mehr für das Auto bezahlt und an der Wartung wird der jeder Cent gespart.

#8

Ja, da gebe ich „nanimarc“ in allen Belangen vollkommen recht. Wer in der Lage ist einen :vw: , :seat: oder :ford: neu zu erwerben oder zu finanzieren dem sollte es finanziell auch möglich sein die Wartung beim Markenhändler durchführen zu lassen. Im Alltag stelle ich auch genau das immer wieder fest das die Leute die an der Wrtung sparen hinterher am lautesten nach Kulanz rufen und sich über die miese Qualität ihrer Autos aufregen.

Gruss

Galaxy-Toto

#9

Vorab: Ich bin immer fürs Sparen. Aber auch immer an der richtigen Stelle. Daher gilt für mich: Während der Garantiezeit würde mein Auto nur eine Vertragswerkstattvon innen sehen. Sicher kann ich gut reden, weil ich mit meiner Werkstatt recht zufrieden bin und auch die Preisgestaltung noch moderat ist. Meine 30.000er Inspektion hat knapp über 200 Euro gekostet, und ich habe kein Öl mitgebracht. Das Öl allein kostet in meiner Werkstatt 17,84 Euro brutto pro Liter, nur mal zum nachrechnen.

Die entscheidenden Punkte sind hier eigentlich schon genannt. Sicher ist es inzwischen entschieden, dass auch freie Werkstätten die Inspektionen nach Herstellervorgabe machen dürfen. Aber wer bitte schön möchte sich im Garantiefall mit dem Hersteller auseinandersetzen und nachweisen, dass die freie Werkstatt die Inspektion nach Herstellervorgabe gemacht hat und das richtige Öl eingefüllt hat und dergleichen mehr. Ich weiß nicht, was ich bei meiner 30.000er Inspektion gespart hätte, wenn ich sie z.B. bei ATU oder sonst einer „Freien“ hätte machen lassen, aber es war auf jeden Fall nicht so viel, als dass ich im Garantiefall den Stress mit dem Nachweis hätte haben wollen. Dazu ist mir meine Zeit zu schade.

Spätestens nach Ablauf der Garantiezeit, also wenn man auf Kulanz angewiesen ist, hat das Thema ein Ende. Bei Servicestempeln freier Werkstätten ist da in der Regel mit Kulanz nichts mehr zu erwarten.

Persönliche Meinung: Meines Erachtens auch völlig zu Recht. Man kann nicht auf der einen Seite erwarten, dass man bei den Inspektionskosten durch das Aufsuchen einer freien Werkstatt spart und dann auf der anderen Seite auch noch Kulanz, möglichst 100%, beim Hersteller einfordern wollen.

Abgesehen davon: Ich verstehe nicht, wieso man sich ein im Vergleich zum allgemeinen Durchschnitt recht teures Auto kauft und dann bei der Inspektion jeweils vielleicht 50 oder 70 Euro sparen will, wenn im Schnitt in der Garantiezeit nur zwei Inspektionen anfallen. Das Risiko, wegen Garantiearbeiten Stress zu haben oder bei Kulanz auf die Nase zu fallen wäre mir persönlich viel zu hoch. Die Ersparung wäre teuer erkauft…

#10

Ok, dann sind wir uns ja einig =D>

#11

Na klar, Marc, ich hab nur zu lange geschrieben, da hast Du und Toto noch schnell nen Beitrag abgesetzt.

Außerdem hat bei mir das Editieren zu lange gedauert…

#12

Schon um bei Garantiefällen Reibereien zu vermeiden, würde ich es auch so machen wie Jan-Papa:

Während der Garantie in die Vertragswerkstatt - danach schnellstens zur freien Werkstatt 8)

Bei der Gebrauchtwagengarantie denke ich allerdings mitlerweile anders - die hat mir bislang nicht allzuviel gebracht - im Gegenteil: das was kaputt ging, hat sie nicht bezahlt :?

#13

…na dann mal Danke für die Meinungen ! Also im Hinblick auf das Kulanzjahr werde ich wohl die Vertragswerkstatt mit den Inspektionen beauftragen. Nach dem Kulanzjahr sehen wird weiter :smiley:

Gruß

R.

#14

Was ist denn das Kulanzjahr? Haben wir hier Hinweise darauf, dass Ford ebenso wie VW kulant ist und es sich daher lohnen könnte, über die 2-jährige Garantiezeit hinaus den Service bei einer Vertragswerkstatt durchführen zu lassen?

#15

Bei Xjähriger Garantie kann man im darauf folgenden Jahr noch mit Kulanz seitens des Herstellers rechnen, darüber hinaus nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen, daher Kulanzjahr.

Bei den Japanern ist es anders, die geben gleich 3 oder 5 Jahre aber mit Kulanz beißt man sich bei denen meist die Zähne aus.

#16

hallo,

ich war heute auch in der fordwerkstatt wegen meinem roststellen unten an der tür. habe einen ford mondeo 2002. habe meine inspektionen immer bei atu machen lassen. der werkstattmeister hat gesagt das deswegen die garantie gegen durchrostung (12 jahre) verfallens sei.

stimmt das ? hilft ggf. ein anwalt weiter ? das kann doch nicht sein das verstösst doch gegen jedes prinzip der freien marktwirtschaft.

gruesse daniel.

#17

Häh? Wieso?

- Ich kaufe ein Fahrrad, Rahmen gefällt mir nicht, gehe zum Schlosser und lasse mir irgendwas dranschweißen. Rahmen bricht, danach zum Hersteller und möchte ein neues Rad. Oder wie?

- Irgendeine Wurstbude macht die Inspektion und baut miese Plagiatteile ein. Bremsen versagen! Wer haftet?

Es steht aber in den Garantiebedingungen bzw. in den allg. Geschäftsbedingungen das evtl. Haftungsausschluß möglich ist.

Davon abgesehen darf ein 2002er Mondeo nicht rosten…

#18

also das atu irgendsoeine wurschtl bude ist würde ich nicht so sagen. ich finde es eine frechheit, dass nur weil da ein stempel im service heft nicht von ford sondern von einer anderen werkstatt drin ist einem die garantie verweigert wird. was macht ford anders als atu ??? stimmt da steht ein fettsack im ford kittel und schaut - aha da ist rost !!! ist ne frechheit das sich die kfzmeister aufführen, als wären sie die grossen herren. ohne abwertend zu werden in meinen augen ist das heute nur noch eine minderqualifizeirte tätigkeit die tauschen nur noch teile anstatt vernünftig zu reparieren. warum hat man jedes mal das gefühl abgezockt worden zu sein wenn man mit dem auto in einer werkstatt war ???

als kunde werde ich mir eben das nächste mal überlegen mir ford vw etc zu kaufen.

das ist typisch deutsch - sich als kunde alles gefallen lassen nur so konnten vw und alle anderen deutschen imperien aufbauen mit den grössten wurschtlern in der vorstandsetage. wird zeit das diese ganze mafia durch den freien wettbewerb niedergrockt wird. ich werde mir in zukunft genau überlegen nochmal einen deutschen hersteller zu kaufen oder doch lieber einen japaner. ich sage nur eu neuwagenrabatt d hat immer noch die höchsten neuwagenpreise obwohl wir mit den niedrigsten mwst-satz eu weit haben.

sowit so gut daniel

#19

ok habe gerade mit atu telefoniert die haben mir ein urteil vom 03.04.2003 geschickt welches von der EU Kommision in der Verordnung 1400/2002 verfasst wurde

wortlaut:

"Fahrzeughersteller dürfen nach Auffassung der EU-Kommision Wartungs- und Reperaturarbeiten fabrikatsfremder Werkstätten nicht zum Anlass nehmen, Garantieleistungen zu verweigern…

…diese regelung trifft allerdings nicht auf die sachmängelhaftung zu.

mfg und sorry für meinen gefühlsausbruch.

daniel :slight_smile: