habe gerade mal „Bremsflüssigkeit“ in die Suche eingegeben und nicht allzu viel dazu gefunden.
Deshalb meine Frage hier:
Ist dieses häufige Bremsflüssigkeitswechseln wirklich nötig oder nur Geldmacherei?
NICHT GLEICH LOSSCHIMPFEN, BITTE…
Ich sehe ein, dass diese hygroskopische Flüssigkeit gewechselt werden muss, weil die Sicherheit im Straßenverkehr eindeutig vorrangig ist. :!: :!: :!:
Aber mir stellt sich die Frage, ob das Verdoppeln der Wechselintervalle nicht möglich wäre. :-k :-k
Ich wiederhole: Ich möchte hier nicht in irgendeiner Form den Eindruck erwecken, dass ich gerne an der Sicherheit sparen würde, sondern vielmehr den Sinn der häufigen Wechselintervalle verstehen lernen.
Ich fuhr viele viele Jahre alte Schüsseln. Noch nie habe ich Bremsflüssigkeit komplett gewechselt jedoch stetig und in regelmäßigen Abständen Bremstests gemacht.
Durch das längere und starke Betätigen der Fussbremse wird die Bremsflüssigkeit „zusammengedrückt“, bzw. die stets zu befürchtenden Gasblasen aufgrund des Verdampfens der Feuchtigkeit, würden zum Versagen der Bremse führen. ---- So die Gefahr.
Noch in keinem meiner alten Karren hatte diesen Vorfall zur Folge, als ich diese intensivsten Test´s selbst durchführte.
Somit stellt sich mir die Frage: Wie groß ist die Gefahr wirklich??? :-k
Durch Wasseranteil wird der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit erniedrigt. So lange Du nicht in die Nähe des Siedepunktes (wo immer auch liegen mag) kommst, merkst Du nichts. Sobald die Bremsflüssigkeit siedet, ist es vorbei mit der Bremswirkung. Mit etwas Glück ist dann noch mit Pumpen Druck aufzubauen.
Wenn Du gerne das Risiko auf dich nimmst, bei einer Passabfahrt besonders zügig unten anzukommen, oder auch mal auf der BAB von einem 40T gestoppt werden willst, kannst Du problemslos 10 Jahre mit deiner Bremsflüssigkeit rumfahren.
Andererseits wird in X Airbags, Gurtstraffer, ESP, Reifen etc. investiert aber bei den billigen Basics gespaart. Weiterhin werden bei den zweijährigen Wechseln die Entlüfter gängig gehalten und sind dann im falle des Wechsels wenigstens nicht festgerostet.
Du fährst eine Bergstrasse rauf (zB Grossglockner-Hochalpenstrasse), fährst im Leerlauf runter und wenn Du unten keine Bremswirkung mehr hast weisst Du das die Bremsflässigkeit gewechselt werden müsste (was sich dann aber beim Totalschaden eigentlich nicht mehr auszahlt)
Möglich wäre die Überprüfung der Bremsflüssigkeit mittels Siedepunkttester wie sie zumindest bei uns bei jeder Pickerl-(TÜV)-Überprüfung gemacht wird und dann erst bei schlechtem Ergebnis die Bremsflüssigkeit zu wechseln
Aber ich bin der Meinung bei einem über € 30.000,- teurem Fahrzeug sollten auch die € 150,- für den Bremsflüssigkeitswechsel alle 2 Jahre drinnen sein
Unser TÜV testet das nicht, was ich schwach finde.
Zum Punkt, dass 150 € drin sein müssten dafür, erhältst du meine volle Zustimmung. Siehe zweiten Beitrag von mir dazu.(Habe mich in meinem Eingangsbeitrag vielleicht etwas umständlich ausgedrückt)
So… dann kommen wir langsam dahin, wo ich hinwollte:
Ist es nicht eher sinnvoll die Bremsflüssgkeit stetig zu prüfen bevor IMMER GLEICH ein Wechsel dieser vollzogen wird.
Die Bremsbeläge wechslet man ja auch, wenn die Verschleißgrenze erreicht wurde und nicht, weil sie bei hälftiger Abnutzung etwas staubig und unschön anzusehen sind.
Wenn mich nicht alles irrt, liegt der Siedepunkt von Bremsflüssigkeit
DOT 4 bei 180 °C
DOT 5 bei 185 °C
Die beiden Flüssigkeiten sind absolut inkompatibel zueinander. D.h. es muss erst die eine Flüssigkeit raus, bevor die andere rein kann - und das ist nicht ohne.
Wenn ich noch einen Link finde, werde ich diesen hier posten.
die Bremsflüssigkeit zieht über die Zeit Wasser an. Dadurch sinkt der Siedepunkt permanent ab. Das Problem liegt nicht in der Erwärmung aufgrund der Kompression beim Bremsen, sondern in der deutlich stärkeren Erwärmung bei starker Beanspruchung. Hier können im Bereich der Bremssättel enorm hohe Temperaturen erreicht werden.
Und wenn sich in dieser Situation Dampfblasen bilden, ist der Unfall meist schon unausweichlich.
Stell dir mal einen Totalausfall der Bremse bei einer Passabfahrt vor!! Da ist nicht mehr viel mit Ausweichen oder Abkühlen. Da ist Schluss mit lustig
Du fährst ja auch Airbags und Gurtstraffer spazieren in der Hoffnung nie ihre Funktion erleben zu müssen.
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Aber ich bin der Meinung bei einem über € 30.000,- teurem Fahrzeug sollten auch die € 150,- für den Bremsflüssigkeitswechsel alle 2 Jahre drinnen sein
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Warum denn so teuer???
Ich habs vor ein paar Monaten für 39 Euro beim Freundlichen machen lassen.
Für das Geld denke ich noch nicht mal an Sicherheit und oder SPAREN
Das Argument der Gängighaltung der Entlüftungsventile sowie das hier zu lesende Zitat von Mc Raab reichen als Antwort aus um überzeugt zu sein, dass der angegebene Wechsel gar nicht diskutiert werden muss.
Man kann diesen Thread eigentlich schließen und in die Ecke stellen.
Auch wenn der Thread eigentlich geschlossen ist, noch ein Grund um Bremsflüssigkeit regelmäßig zu wechseln:
Mit steigendem Wassergehalt steigt auch die Korrosivität der Bremsflüssigkeit. Das bedeutet ein inneres „Verrosten“ der Bremsanlage, die nach 6-10 Jahren zum Austausch aller Bremszylinder führen dürfte…
Trotzdem wechsele ich erst die Bremsflüssigkeit, wenn der Wassergehalt signifikant angestiegen ist (der Umwelt zuliebe!!).
Das Wasser kann man entweder elektronisch oder chemisch bestimmen, wenn die notwendige Ausrüstung verfügbar ist. Ansonsten gilt wieder die Endansprache des Vorposters!
Eines verstehe ich rein physikalisch nicht. Vielleicht kann mich jemand aufklären. Dass durch die Aufnahme von Wasser in die Bremsflüssigkeit mit der Zeit der Siedepunkt sinkt, ist mir völlig klar. Was ich jetzt nicht verstehe, ist doch dass beim Bremsen Druck aufgebaut wird. Bei Druckzunahme, steigt der Siedepunkt von Wasser doch auch erheblich. Wie sollen sich hier denn Dampfblasen bilden können?
Oder ist es so, dass im unbelasteten Zustand, die Bremsflüssigkeit ständig über 100 Grad Celsius hat und sich damit Blasen in der Flüssigkeit befinden, die sich dann natürlichg wesentlich stärker komprimieren lassen als Flüssigkeiten. Oder arbeitet die Bremsanlage mit Unterdruck?
Mir geht es hier wirklich nur um die Funktionsweise und die physikalischen Grundlagen. Meine Bremsflüssigkeit lasse ich immer nach Vorschrift wechseln.
alles soweit richtig. Wenn du bremst, wird die Anlage heiss. Dann nimmst den Fuß vom Pedal, Druck ist weg und die Bremsflüssigkeit siedet. Beim nächsten Bremsen musst du dann die Gasphase erst wieder komprimieren…und dann ist es oft schon zu spät!!