2,0 TDI Motor BRT eine tickende Zeitbombe?

Hallo, ich weiß das das Thema in verschiedenen Foren im Internet diskutiert wird, doch finden die meisten Fahrer erst die Infos, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Nachdem man „Turboschaden“, „Ölpumpe“ und „Motorschaden“ gegoogelt hat, merkt man, das man den Schaden hätte verhindern können. Worum geht es? Der Antrieb der Ölpumpe, eine kleine 6-Kantwelle (Mitnehmer) verschleißt im Ausgleichswellenmodul. Das wird nicht durch Geräusche angezeigt und auch bei keiner Inspektion festgestellt. Die Folge ist ein plötzlicher Stillstand der Ölpumpe. Auch wenn die Warnlampe im Fahrzeug den Verlußt des Öldrucks angezeigt hat, ist es aber in den meisten Fällen schon zu spät. Mindestens ein Turboschaden ist die Folge. Da der BRT- Motor wohl auch bei Skoda verbaut wurde und laut Forum Berichten auch AUDI mit ihrem BRE- Motor diese Probleme hat, dürften auch in nächster Zeit viele VW Diesel mit Motorschäden in ihre Werkstatt geschleppt werden. Ich habe bei ca 100 Tausend Km an meinem Diesel die Welle getauscht und war überrascht, wie weit der Verschleiß fortgeschritten war.

Auf dem Foto kann man folgendes sehen: A: ein Mitnehmer dessen Verschleiß im BRT- Motor einen Motorschaden hervorgerufen hat -ca 120 Tausend Km. B: meine Mitnehmerwelle die ich nur aus „Neugier“ gewechselt habe. C: die neue Welle, die ich wieder eingebaut habe. Die neue Welle unterscheidet sich durch das Fehlen der M3 Bohrung. Ob sie eine bessere Haltbarkeit hat kann ich nicht beurteilen. Die Teilenummer wurde von 03G115281D ab 12/2010 auf 03G115281F geändert. Insgesamt liegt der Materialaufwand für das Wechseln der Welle bei ca. 15€ (Welle und Dichtmittel). Der Schaden aber, der durch den Verschleiß der Welle entstehen kann, übersteigt in manchen Fällen sogar die 8000€ ! (Motortotalschaden). Vielleicht postet Ihr mal Eure Erfahrungen. Ich finde, man sollte zum Zahnriemenwechsel auch noch die Mitnehmerwelle der Ölpumpe wechseln. Gruß Roba

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#1

Das klingt interessant!
Die Welle ist vermutlich unter der Ölwanne zu finden ?
Sollte ich bei meinem vielleicht machen, hab doch schon 188Tkm drauf!

Werde dann berichten !

lg

#2

Moin,

wirklich interessant. Bisher haben wir den 2,0tdi bei unserer Fahrzeugsuche ausgeschlossen. Ist das also das Hauptproblem bei diesen Motoren? Mir stellt sich auch die Frage, ob es ein großer Aufwand ist diese Welle zu wechseln. Könntest du mal inetwa darstellen was man für den Wechsel alles machen muß?

Ich habe auch öfter von Zylinderkopfproblemen gehört. Was ist da eigentlich dran?

Grüße, Taggert

#3

Moin,

interessante Bilder.

Wie sieht denn der Gegeninnensechskant aus?

Was wird von der Sechskantwelle angetrieben? Ölpumpe und Ausgleichswellen?

Andreas

#4

Das Problem mit der Sechskantwelle hatten wir doch schon: www.sgaf.de/content/oelpumpenantrieb-defekt-motorschaden-seat-alhambra-321573?page=1

Gruß Uwe

#5

Wäre klasse, wenn aus diesen Infos mal ein Pedia Beiträg enstehen würde. Danny hatte sowas schon anegkündigt, aber bisher noch nicht umgesetzt.

Gruß
Meschi

#6

@Roba

Klasse Beitrag!

„Könntest du mal in etwa darstellen was man für den Wechsel alles machen muß?“ (Zitat#2)

Vor allem, ob das Ölpumpenmodul für den Wechsel ausgebaut werden muss…

mfg

@uwe
ja, richtig, aber: das Zuheizerproblem haben wir (trotz Pedia) jedes Jahr tausendfach aufs neue…

#7

Das Problem betrifft alle 2.0TDI die ein Ausgleichswellenmodul haben.

Also Audi A4 und A6 sowie VW Passat und Sharan.

Ich persönlich fahre einen A4 mit dem BPW Motor.
Habe derzeit 200.000km runter, der Sechskant ist der Originale!

Nie gewechselt.
Ich überprüfe regelmäßig den Öldruckmit dem Manometer, weil beim A4 der Ausbau der Ölwanne den Ausbau der Vorderachse mit sich zieht.

Bislang keine Probleme festgestellt. Der Öldruck bewegt sich im normalen Bereich.

Es ist also kein Gesetz dass die Teile kaputt gehen.

#8

Hallo,

nach etwas „Reschersche“ finden sich viele, beunruhigende Aussagen…

Zitate A4-Forum
"Es gibt zwei verschiedene Ölpumenantriebe.
1.) Die ersten Baujahre der 2.0 TDI Motoren hatten einen Kettenantrieb, mit der Schwachstelle: Sechskant Mitnehmer. Dieser läuft rund, die Ölpumpe kann nicht mehr angetrieben werden, es wird nichts mehr geschmiert = kapitaler Motorschaden.

2.) Später wurden die Kettenantriebe gegen Stirnradantriebe ausgetauscht. Es gab auch eine Service Aktion, die den Kettenantrieb gegen den Stirnrad Antrieb ausgetauscht hat. Manche sagen, es sei eine nicht öffentlich gemachte „Aktion“ von Audi…
Schwachstelle = Stirnräder laufen rund, weil der Abstand der beiden Stirnräder zu groß ist. Mit dem Ergebnis wie bei 1.) die Ölpumpe kann nicht mehr angetrieben werden, es wird nichts mehr geschmiert = kapitaler Motorschaden.
UND
der Sechskant Mitnehmer kann ebenfalls rund laufen!!
D.h.
1.) Bei den ersten ersten Modelljahren des 2.0 TDI, bei den Kettenantrieben laufen die Mitnehmer rund.
2.) Bei den späteren bis zu den letzten Modelljahren des 2.0 TDI, laufen die Stirnräder des Antriebs rund UND der Mitnehmer kann rund laufen! Letztes nicht so oft, wie bei den ersten Modelljahren."

„Egal welches BJ, egal ob 140PS Maschine oder 170 PS Maschine, egal ob 8V oder 16V, egal ob mit oder ohne DPF. Beim 2.0 TDI ist Exitus quasi vorgrammiert. Entweder ist es der Mitnehmer der rund läuft, oder es sind die Stirnräder, die rund laufen.“

„Beide Antriebe haben eine jeweils dazu passende Ölwanne. Ansonsten kann man es von außen nicht erkennen.
Der :slight_smile: kann es anhand der Fahrzeug ID-Nr. sehen, welcher Antrieb verbaut wurde.“

„Der 8V hat die Stirnrad Variante verbaut. Diese können rund laufen…“

Alle Motore mit Ölpumpenmodul sind betroffen. Eine dauerhafte Lösung scheint es nicht zu geben…

Die Schäden treten zwischen 100 und 150 TKM auf, manche schon früher…

Als weiterer Folgeschaden wird bei den Dieselschraubern sich stark abnutzende Ventilnocken der Nockenwelle mit durchgeriebenen Hydros postuliert. Ursächlich hierfür sei ein zu geringer Öldruck (Temporäres Durchrutschen des Sechskantantriebes) bei hohen Drehzahlen.

Ein simples Austauschen des Sechskantes sei bei hochgradigem Verschleiß nicht ausreichend, da das Gegenstück ebenfalls verschleißt (analog zur Steck-Flanschwelle!). Ein „Ersatz“ der Sechskantwelle durch einen anderen, gehärteten Sechskant (Inbusschlüssel o.ä.) sei nicht dauerhaft.

Die Besitzer der 2.0 TDI als Längsmotor (Audi!) sind besonders „am Arsch“, da für den Ölwannenausbau die VOrderachse abgesenkt werden muss…

FAZIT für die Praxis ?:

  1. Herausfinden, welches Ölpumpenmodul verbaut ist (Kette vs. Stirnrad)
  2. Wenn Kette: mit jedem ZR Wechsel (90 TKM) den Sechskant kontrollieren, ggf. Tauschen
  3. Wenn Stirnrad: nach ca. 120 TKM Ölpumpenmodul kontrollieren, ggf. Stirnräder tauschen (ein Teil ist wohl aufgeschrumpft - Rad auf ca. 240 °C erwärmen und vorsichtig mit der bloßen Hand auf die Welle schieben. Sofort zum Arzt fahren (Verbrennung III. Grades der Handhaut).

AnmerkungenErgänzungen willkommen.

mfg
so eine ScheiXXe!

#9

na toll… was mach ich jetzt, hab gerade 188877km runter… noch hab ich kein Problem fest gestellt…
soll ich überhaupt noch fahren ?

nein erst mal, mein alter hatte 390tkm runter und fast keine Problem gehabt !
wenn der neue nun mit solchen Sachen kommt will ich wieder einen Alten Tdi haben

denn kann ich dann auch mit Salatöl fahren oder mit Biodiesel :wink:

#10

„Könntest du mal in etwa darstellen was man für den Wechsel alles machen muß?“ (Zitat#2) Vor allem, ob das Ölpumpenmodul für den Wechsel ausgebaut werden muss… Beim Alhambra/Sharan hält sich der Aufwand in Grenzen: -Ölwanne abbauen, (natürlich vorher Öl ablassen) -Sicherungsring an der Ölpumpe ausbauen, (den Sicherungsring auch bestellen, denn wenn er wegschnippst ist Suchen angesagt heul.gif .) -Die Mitnehmerwelle mit Hilfe einer Schraube M3 rausziehen. -Neue Mitnehmerwelle reinschieben. -Neuen Sicherungsring davor -Ölwanne ran und Öl wieder drauf

Auf dem Bild ist der Motor mit abgebauter Ölwanne zu sehen. Rot markiert ist das Ausgleichswellenmodul. Grün ist die Ölpumpe gekennzeichnet. Zum Wechseln der Mitnehmerwelle ist kein Ausbauen der Ölpumpe erforderlich ! Der rote Pfeil zeigt die Bohrung in der die Mitnehmerwelle steckt. Natürlich könnte man sich auch darüber Gedanken machen ,ob man das Gegenstück der verschlissenen Mitnehmerwelle nicht auch zur Vorbeugung wechseln müsste. Meine Antwort lautet: dieses Gegenstück ist das Ausgleichswellenmodul und kostet fast 1000 € ! Wir wollen ja nicht übertreiben- werde nach 100 Tausend km wieder nachsehen…driver.gif Ich denke mit diesem relativ kleinen Eingriff - ne Werkstatt machts vielleicht für 150€- kann man sich ne Menge Ärger ersparen.

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#11

Ganz hab ich das noch nicht verstanden…
Ist die welle von unten noch oben gesteckt oder von Zahnrad zur Kupplung hin gesteckt ?
Eenn ich meine Ölwanne abmache sollte es so aussehen wie auf dem ersten Foto…
Muss ich den Roten Bereich dann noch abbauen ?
Oder komm ich jetzt schon ran ?

lg

#12

Die Mitnehmer-Welle liegt parallel zur Kurbelwelle.
Ist die Ölwanne ab braucht man nichts mehr abschrauben.
Man kommt von der Riemenscheiben-Seite gut an die Ölpumpe ran.

#13

Bin jetzt zufällig über dieses Thema gestolpert. Gilt das nur für die 2 Liter Maschine, oder allgemein für die „moderneren“ Diesel( mein BVK-Motor)?

solong sharibo

#14

@ Roba

Klasse Fotos (damit ist der KB Beitrag eigentlich nur noch Fleißarbeit…mal sehen)

Anmerkungen dazu:

1.Wie bekommt man denn die ersetzte Sechskantwelle (Mitnehmer) heraus, wenn diese KEINE M3 Bohrung mehr hat?

2.Offenbar ist das Ausgleichswellenmodul in Deinem Alhambren schon eines mit Stirnradantrieb. Hast du dir die Stirnräder (das Mittlere) mal genauer angesehen?

  1. Das „Gegenstück“ steckt im Ausgleichswellenmodul. Ok. Kann man das ggf. durch die Öffnung des Mitnehmerwellenschachtes sehen?

mfg

@mhernach
bei deinem Shara könnte unter Umständen (EZ 12/2006 ? oder BJ?) noch ein Kettengetriebenes Ausgleichswellenmodul verbaut sein, dh. die 3 Stirnräder entfallen…
Der Mitnehmer sollte aber ident verbaut sein (ACHTUNG: meine Schlussfolgerung).

Also, Michi, Wanne ab beim nächsten Ölwechsel und Nachschau!

@dany
Welches Modul hattest du ersetzt/regeneriert? Eins mit Stirnrad oder eines mit Kette?

#15

@sharibo

So ich meiner eigenen Recherche glauben schenken darf: gilt nur für die 2.0er PD TDI´s mit Ausgleichswellenmodul.

Die auf dem 1.9er Block basierenden TDI´s haben sowas (glücklicherweise) nicht.

#16

Danke!

Sharibo

#17

@sharibo

Bitte.

mfg

Für ergänzende Infos: www.gidf.de !(„Ölpumpe BVK“ eingeben, Bilder anschauen, einfache kettengetriebene Pumpe ohne Ausgleichswellen feststellen, aufatmen.)

#18

Moin,

also ist der Kraftfluss Kurbelwelle, dann über Stirnräder/Kette zum Ausgleichswellendingens und dann über die Sechskantwelle zur Ölpumpe.

Und trotz der eigentlich geringen zu erwartenden Antriebsleistung ist es gelungen die Welle so zu dimensionieren, dass sie runddreht.

Kann man nicht eventuell die Ölpumpe aus den 1,9ern adaptieren?

Sch… auf die Ausgleichswellen, die Ausgleichwellen sind bei den sehr baugleichen/ähnlichen Omega B Modellen mit 2,2 + 2,0 Litern nur beim 2,2 zu finden und bei dem habe ich diese ohne merkliche Verschlechterung des Motorlauf schonmal weggelassen.

Andreas

#19

"Kann man nicht eventuell die Ölpumpe aus den 1,9ern adaptieren? Andreas "
Siehe hier: