Ein Zahnriemen für 300.000 Kilometer von ContiTech (03.08.2005)
Der Automobilzulieferer ContiTech, Hannover, hat eine neue Zahnriementechnologie entwickelt, die es nach eigenen Angaben - in Fahrversuchen bewiesen - auf eine Laufleistung bis zu 300.000 Kilometern bringt. Im Vergleich zu Kettentrieben zur Synchronisation von Nocken- und Kurbelwelle gelten Zahnriemen seit jeher als leichter, leiser und preiswerter. Nun scheinen die Kunststoffriemen auch in der alten Paradedisziplin der Kette, der Haltbarkeit, Boden gut zu manchen oder gar an ihr vorbeizuziehen.
Der Schlüssel zu dieser hohen Haltbarkeit der Zahnriemen liege im Einsatz von wärmestabilen Werkstoffen wie dem von ContiTech und Bayer gemeinsam entwickelten Hochleistungselastomer HNBR. Das Elastomer der neusten Zahnriemen von ContiTech ist nach eigenen Angaben durch Peroxidvernetzung alterungsbeständig und Aramidfasern geben dem Zahn zusätzliche Stabilität und Festigkeit. Der Glascord als Zugstrang sorge ferner für hohe Biegewechsel-Festigkeit, Wasserbeständigkeit und Längenstabilität. Die Armierung durch Polyamid-Gewebe erhöhe schließlich die Beständigkeit gegen Verschleiß, stelle eine optimale Haftung zum Riemenunterbau sicher und verringere durch Teflonanteile die Reibung zwischen Gewebe und Zahnscheibenoberfläche.
Volkswagen realisiert die Pumpe-Düse-Einspritztechnik seiner TDI-Motoren mit Zahnriementechnik der neusten Generation von ContiTech. Die Technologie ermögliche mit einem Einspritzdruck von mehr als 2.000 bar Motorleistungen und Lebensdauerwerte, die nach Angaben des Zulieferers weder mit herkömmlichen Standardzahnriemen noch mit Ketten umsetzbar wären. Während des Einspritzvorgangs wirken beispielsweise beim Golf TDI bis zu 4,5 kN am Conti HSN-Power, der sich nur im Zehntelmillimeterbereich längen darf.
Eine weitere Innovation, die sich ebenfalls positiv auf die Lebenserwartung auswirkt, ist die Ovalrad-Spannelement-Zahnriemen-Antriebstechnik, die ContiTech zusammen mit der kanadischen Litens Automotive Group entwickelt hat. Das Zahnrad ist dabei nicht rund, sondern leicht oval. Dadurch entstehen in dem Riementrieb gewollte Gegenkräfte, die die Kraftspitzen durch den Ventiltrieb teilweise auflösen. So werden Schwankungen der Riemenspannung und Gleichlaufschwankungen minimiert. Die Kräfte, die auf den Zahnriemen und Komponenten eines Motors einwirken, werden laut ContiTech mit der Ovalrad-Technologie um bis zu 40 Prozent reduziert. Neben der Erhöhung der Lebensdauer verringert dies Kraftstoffverbrauch und Geräuschentwicklung. Die neue Technologie wird erstmals in TFSI-Motoren von Audi eingesetzt.
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da müssen nur noch spannrollen und pumpen mithalten können…
