Spannungswandler 12v - 230v zum Wasserkochen?

Hallo!

Bin grad auf der Suche nach Infos ins Forum gekommen und hab eine Frage.

Vorweg, ich bin zwar nicht blond, aber technisch nicht wirklich der Überflieger… deshalb brauch ich mal ein paar Kundige, die sich mit Autoelektrik usw. auskennen, um mich schlau zu machen.

Also, vorweg: Ich fahre einen VW Sharan family, Erstzulassung 10/2004, ist aber schon Modelljahr 2005, hat den kleinen 66kw/90PS-Diesel-Motor.

So, nun mein Anliegen (wenn die Idee nicht zu unmöglich ist).

Ich bin in einer Rettungshundestaffel tätig, wir fahren im Fall einer Alarmierung mit unseren Privat-PKW zum Einsatzort. Nun kommen solche Einsätze oft mitten in der Nacht oder zu irgendwelchen anderen unpassenden Momenten, und selten hat man die Zeit und Möglichkeit, sich noch schnell mal eben Kaffee oder Tee zum Mitnehmen zu kochen.

Mein „Traum“ seit langem ist es, einen mobilen Wasserkocher in meinem Auto betreiben zu können, denn Wasser hab ich immer dabei und eine Packung Portionspulverkaffee könnte man sich ja auch gut dauerhaft im Auto deponieren.

Ich habs mit einem 12V-Gerät versucht, nur leider dauert das ewig, bis da das Wasser endlich einen annähernd kochenden Zustand erreicht (gemessene 25Min.). Soviel Zeit ist meist nicht zwischendurch, dass man sich eine halbe Stunde zum Kaffeekochen nehmen kann… das ist also keine wirklich gute Lösung.

Daher meine Frage: Kann man einen Spannungswandler im Sharan betreiben, der die 12V der Autobatterie in 230V wechselt und der ausreichend Leistung schafft, um einen Wasserkocher (der ja immerhin 1000Watt hat) zu betreiben?

Geht mir dann die Batterie in die Knie oder krieg ich sie mit sowas sonstwie kaputt (will ich ja nicht)?

Oder gibts sonst eine Möglichkeit, schnell an kochendes Wasser unterwegs zu kommen?

Was für ein Gerät gäbe es, bräucht ich und was würde sowas kosten?

Gibts da irgendeine Möglichkeit? Bin auf Tipps und Eure Meinungen gespannt!

Danke schon mal,

Conni

#1

Hallo Conni,

ein wenig Elektrotechnik und Physik lehrt: Finger weg!!!

Begründung:

  1. Die meisten Wasserkocher haben sogar mehr als 1000 Watt.

  2. Aber selbst bei angenommenen 1000 Watt gilt:

P=U*I (Leistung = Spannung mal Strom)

Stellt man die Formel nach dem Strom um, so gilt:

I = P / U

und die Spannung beim Auto ist 12 V

Jetzt in die Formel eingesetzt gilt:

I = 1000 Watt / 12 Volt = 83,33 A (der Strom würde bei 12V fliessen)

Dabei ist noch einmal der Wandlungsverlust von 12 V nach 230 V berücksichtigt.

Im Ergebnis heisst das:

- Du wirst keinen bezahlbaren Spannungswandler mit dieser Leistung finden

- falls Du doch einen fändest, würde beim Anschluss an die 12V Steckdose sofort die (in der Regel) 16 A Sicherung durchbrennen

- Wenn Du direkt an die Batterie anschließen würdest, müsstest Du Leitungen mit einem Querschnitt von Starthilfekabeln nehmen und die Batterie wäre schnell leer

Also: Finger weg !!!

Zum Schluss noch ein konstruktiver Beitrag: Besorg Dir für Deinen Kaffee doch einfach einen Gaskocher mit Gaskartusche aus dem Camingzubehör. Das ist einfacher und billiger.

Viel Spass

Andi

#2

Hallo Conni!

Einen entsprechen starken Wechselrichter einzubauen sollte funktionieren - aber bitte fachgerecht !!! - denn da flieseen so um die 100 A Strom. Deine Lichtmaschine sollte mindestens die 120 A ausführung sein !

Andere Idee - wenn ihr nicht unbedingt während der Fahrt kochen müsste wurde ich einen gasbetriebenen Campingkocher ins Auto geben

hoernchen

#3

Oder gleich ein einfaches Stromaggregat aus dem Baumarkt. Zum Betrieb einfach neben das Auto gestellt, fertig. Für den Preis eines 1000W-Umrichters inkl. Einbau dürftest du da 5 bis 10 Stück von bekommen.

Oliver

#4

Dankeschön… ich habs mir ja schon fast gedacht (aber nun weiß ich wenigstens auch, warum :wink: ).

Kleiner Gaskocher, gar nicht mal schlecht, die Idee… das werd ich mal probieren.

Danke für den Tipp!

(ach so, mit meinem kleinen 12V-Anschluss-Wasserkocher richte ich aber keinen Schaden an, oder?)

#5

Ich habe schon Armaturenbretter mit 12V Wasserkochern qualmen sehen :shock: , aber wenn die Übergangswiderstände alle OK sind passiert nix (außer dass ggf. die Sicherung fliegt …)

#6

Ups… :shock:

Ich glaub, das mit dem Campingkocher ist doch eine ganz super Idee… :wink:

#7

Ist es auch, weil es keinen Sinn macht, chemisch gespeicherte Energie erst in mechanische Energie, dann in elektrischen Strom und dann wieder in Wärme zu verwandeln, zumal im Auto auch nicht unbegrenzt viel elektrische Energie hergestellt wird. Wenn Du einen Benziner fahren würdest würde ich Dir alternativ einen Benzinkocher vorschlagen, aber da Du einen Diesel hast macht das wenig Sinn. Ein kleiner Camping Gaskocher erledigt die Aufgabe sehr viel schneller als ein 12V Wasserkocher und kostet fast nichts.

#8

Ich würd die Finger von sonem elektrischen Wassererwärmzeug lassen.

Es gibt da so kleine Gaskocher. Nur ne Spur grösser als die Gaskartusche (die kleine blaue, auch bekannt zb aus Lötlampen) selbst. Damit kann man locker mal nen halben Liter Wasser in sehr kurzer Zeit erwärmen. Sowas würde ich die empfehlen.

Falls du dir garnicht vorstellen kannst was ich meine sag bescheid und ich mach die ein Foto von so einem Teil.

Grüße

Bernd

#9

Ja, ich hab grad schon mal geguckt (Internet ist ja was Feines, wenn man Infos sucht) und bei 1 2 3 usw. auch einiges gefunden.

Frage zu diesen Gaskartuschen-Kochern: Sind diese Kartuschen Einweg-Teile? Also einmal „angestochen“, dann weg? Oder kann man die wieder abdrehen und damit auch noch nächstes Mal weiterkochen? Und: werden die Teile sehr heiß? Muss ja den Kocher dann auch möglicherweise schnell wieder einpacken und mitnehme können, Zeit, um den erst lange abkühlen zu lassen ist meist nicht…

(Sorry, ist jetzt ja schon recht off-topic…)

#10

Hallo Conni,

die Kartusche bleibt einfach auf dem Kocher bis sie leer ist, wird also nach dem Einstechen als eine Einheit bewegt.

Wenn Du Dir einen Karton nimmst, der im Auto fest steht und in dem er nicht kippen kann kannst Du den Kocher relativ bald wieder versenken. Wesentlich ist halt dass das heiße Brennerteil wo das Gas ausströmt erst noch heiss ist und z.B. kein Plastikteil Deines Autos berühren sollte.

#11

Die 2 Teile bleiben dann bis leer zusammen. Aber selbstverständlich kann man den Gasfluß beliebig auf und abdrehen. Damit kannst du also öfter (eigentlich bei so nem 1/2 Liter Gefäß relativ oft) Kaffee/Tee kochen.

Bernd

#12

Moin,

ich wollte noch anmerken, dass die Frage aufkam, ob die Dinger heiß werden. Ja klar, aber auch ein Wasserkocher wird richtig heiß (und sicher auch die Autobatterie bei der Belastung :wink: ).

Ich würde mir vielleicht eine Art Halterung basteln, wenn ich sowas öfter im heißen Zustand transpostieren müßte, damit die heißen Teile nirgends Berührung habe. Die Halterung also so auslegen, dass der Kocher stehenbleibt, auch wenn man bremst oder eine Kurve nimmt. Andererseits ist die Frage, ob die Abkühlphase vielleicht gar nicht so lange ist (in der Zeit sind sicherlich noch andere Dinge zu erledigen - Geschirr einsammeln und einpacken etc.). Einfach mal ausprobieren.

Ansonsten muss ich Heisenberg beipflichten, die Lösung im dem Spannungswandler ist hier völlig unbrauchbar. Sowas ist in der Praxis nur bei kleinen Lasten halbwegs sinnvoll einsetzbar und ein Wasserkocher ist elektrisch gesehen eine relativ große Last (wie alles, was zum Zweck der Wärmeerzeugung gebaut wird).

Gruß

Meschi