Erfahrung mit DSG im Vergleich zur Wandlerautomatik

Hab mal eine Frage an die Automatik-Spezialisten:

Wie fährt sich das DSG von VW im Vergleich zu einer klassischen Wandlerautomatik zum Beispiel von MB. Wie komfortabel schaltet sie, hört man es, merkt man es?

Ich hab wenig Erfahrung mit Automatikgetrieben nur soviel: Meine Eltern hatten mal einen Audi 100 Automatik, da war das Getriebe Schrott. Bin letztens bei einem Kumpel in einem ML mitgefahren, da empfand ich die Automatik als Weltklasse :slight_smile:
Einmal habe ich einen Citroen C3 mit einem automatisierten Getriebe probegefahren, never ever. Junge, Junge, das war große Ka…e.
Also wenn das DSG an die Automatik eines Daimlers heranreicht wär das schon gut.
Wenn es eher wie ein automatisiertes Getriebe schaltet, dann eher lieber doch nicht.

Ich frag weil unser Alha mittlerweile ins 13.te Jahr geht, langsam will ich mich mal um Ersatz kümmern :slight_smile:

Grüße
Dietmar

#1

Ich kann dazu nur sagen … längere Probefahrt machen :wink:

Ob Du das Schalten spürst oder als störend empfindest, das ist direkt proportional zur Hektik Deines Gasfusses.
Normalerweise merkt man das Schalten nur in der MFA Anzeige und am Motorgeräusch.

Die DSG Steuerung stellt sich auf die aktuelle Fahrweise ein und schaltet entsprechend.

hoernchen

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#2

Ich habe schon sehr viel Automatik gefahren, auch in meinen eigenen Autos. Auch so ziemlich alle Marken.
Das DSG ist gegenüber der Wandler Automatik nochmal besser: Du spürst den Schaltvorgang gar nicht mehr, Du hörst ihn nur. Durch die Technik des bereits schon eingelegten nächsten Gangs ist das auch logisch nachvollziehbar, warum das so ist.
Also wenn Du den ML und das DSG vergleichst, wirst Du feststellen, dass das DSG noch besser (=weniger spürbar) schaltet.

Eine Probefahrt wird Dich überzeugen.

Roboduck

#3

Ich fahre seit sehr vielen Jahren nur noch Autos mit Automatikgetrieben - die letzten zwei von Mercedes mit Wandlergetrieben.
Inzwischen bin ich seit 40.000km mit dem DSG-Getriebe unterwegs. Ich vermisse den Wandler nicht. Der Schaltkomfort ist hervorragend, der Schaltvorgang zwischen den Gängen ist in der Regel weder spürbar noch hörbar.
Nur das Anfahren ist, um auf sehr hohen Niveau zu jammern, etwas gewöhnungsbedürftig. Ein Wandler-Getriebe fährt durch den Schlupf etwas weicher an. Das DSG-Getriebe muss mit „schleifender“ Kupplung anfahren, was ich manchmal als etwas ruppiger empfinde - man gewöhnt sich aber sehr schnell daran!

Ich würde mir das DSG-Getriebe wirklich jederzeit wieder bestellen. Also bloß nicht auf die Idee kommen und den nächsten Wagen wie vor hundert Jahren mit einem Benzinrührstock bedienen.

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#4

Nachdem ich insgesamt 6 verschiedene Fahrzeuge mit Wandlerautomatik gefahren habe mit Hubräumen von 1,4 - 2,9 Litern habe ich jetzt den 2,0 TDI 140 PS mit DSG. Für mich ist der erste markante Unterschied darin zu sehen, dass man unmittelbar nach dem Gasgeben Vortrieb hat. Es geht nicht diese Gedenksekunde verloren, die so mancher Wandler braucht. Beim Durchschalten spüre ich eigentlich so gut wie nie einen Schaltvorgang. Den seh ich meist nur im Display. Das einzige, was mich subjektiv etwas stört ist, dass bei Bremsvorgängen an Bergabstücken das Getriebe zwei oder drei Gänge zurückschaltet und die Motorbremse mitnutzt, was zu teilweise lautem Brummen durch die deutlich höheren Drezahlen führt. Ein kurzer Stoss aufs Gaspedal lässt ihn dann wieder hochschalten. Als Automatikfahrer nutzt man ja ohnehin eher die Fussbremse.

#5

Also ich hatte letztens mal kurz einen Alhambra gefahren mit dem DSG.
Was mich gestört hat, war beim Vollgas-Treten dass der Kickdown dann doch wieder die Gedenksekunde hatte.

Vielleicht hatte das DSG gerade einen höheren Gang eingelegt und musste jetzt erst einen niedrigeren Gang wählen…
Jedenfalls hat es mich so ziemlich an meine alte Wandler-Automatik erinnert. Da hats auch so gedauert.

#6

Die „Länge“ Gedenksekunde hängt auch ein wenig davon ab ob im D oder S Modus gefahren wird.

Und hast Du „Vollgas getreten“ bis Du ein spürbares „Schalten“ am Gaspedal gehabt hast :?:
Kurz vor der Bodenplatte ist Schalter eingebaut … das musste ich auch erst „erfahren“ :slight_smile: . „Erst damit ist es wirklich ein Kick Down“

Wirklich am Gaspedal hängt nur ein Fahrzeug mit stufenlosem Getriebe oder E-Motor ohne Getriebe

#7

Also wer mit dem Sharan „jagen“ fahren will, ist ohnehin verkehrt. Zum Cruisen ist das DSG 1a - Schaltvorgänge merkt man nur am Drehzahlmesser und am Motorgeräusch.

#8

Ich habe 11 Jahre und 160 tkm einen Alhambra TDI Bj.2002 mit 115 PS und 5-Gang-Tiptronic (Wandler) gefahren. Seit einem halben Jahr und nunmehr knapp 15 tkm fahre ich einen Sharan Bj.2011 mit der 2,0l-TSI Maschine, die es nur mit DSG gibt. Automatik wollte ich bei dem ständigen Stop&Go im Pott unbedingt wieder haben, und das DSG hat mich rein technisch gewaltig gereizt: Kein Schlupf mehr, schneller schalten als manuell möglich, kein Mehrverbrauch, usw.

Mein Fazit nach dem halben Jahr:
Ich bereue es keinen Tag, sondern bin immer noch begeistert über die nicht spürbaren Schaltvorgänge und den unterbrechungsfreien Vortrieb beim Beschleunigen - da macht das DSG einen Riesenspaß. Genauso genieße ich aber auch das Cruisen, auch im Stadtverkehr meist im größten Gang, aber butterweich zurückschaltend, wenn z.B. eine Steigung es erfordert oder man ohne Gas auf eine der zahlreichen roten Ampeln zurollt.

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die - technisch bedingt, wie auch schon einige Vorredner beschrieben haben - anders und für mich auch schlechter sind als bei der alten Tiptronic. Z.B. ist das langsame Rangieren schwieriger mit dem DSG: Ich muss regelmäßig rückwärts berghoch in eine enge Einfahrt rangieren, und das geht nicht mehr so leicht wie mit dem alten Diesel. Ich glaube nicht, dass das nur am geringeren Leerlaufdrehmoment des Benziners liegt, sondern dass hier vor allem die Technik mit der schleifenden Kupplung ausschlaggebend ist: Nur mit dem Gaspedal als Steuerinstrument gelingt das der DSG-Sensorik nicht so feinfühlig wie manuell mit Gas- und Kupplungspedal und eben auch nicht so komfortabel wie mit einer guten Wandlerautomatik: Erst tut sich nichts, man gibt etwas mehr Gas, es bewegt sich immer noch nichts, man gibt noch ein wenig mehr Gas, und irgendwann springt der Wagen quasi los. Man wird mit der Zeit auch dabei besser, aber man sollte darauf gefasst sein.

Am unangenehmsten ist bisher für mich die Gedenksekunde, die sich das DSG beim Losfahren aus dem Stand nimmt: Auf meinem Weg zur Arbeit habe ich eine Kreuzung ohne Ampel (Gott sei Dank), an der man Vorfahrt achten muss und oft nur kurze Lücken findet. Tritt man dann aufs Gas in der Hoffnung, so schnell wie beim Schaltwagen loszukommen, wird man enttäuscht: Der kreuzende Verkehr kommt schon gefühlt verdammt nahe, und der eigene Wagen bewegt sich immer noch nicht von der Stelle … hier muss ich vielleicht aber auch noch „üben“ und feintunen; z.B. die Auto-Hold-Funktion ausschalten und den Wagen schon kurz vor dem eigentlichen Lossprinten versuchen leicht anrollen zu lassen, damit die Kupplung schon am Schleifpunkt ist. Vielleicht haben zu diesen fahrtechnischen Situationen auch noch andere wertvolle Erfahrungen gemacht und Tricks und Tipps parat? Die „S“-Fahrstufe ist mir definitiv zu sportlich: Das gesamte Drehzahlniveau wird - zumindest beim Benziner - sehr weit nach oben verschoben. Man muss nicht viel tun, und der Motor bewegt sich trotzdem ständig am roten Bereich. Dagegen habe ich noch keine verkürzende Wirkung beim Anfahren aus dem Stand bemerkt, was ja mal sinnvoll wäre.

Noch ein Phänomen - aber eben auch technisch bedingt - ist das Verhalten beim manuellen Runterschalten z.B. bei Bergabfahrten, wo ich im Gegensatz zu einem Vorredner sehr wohl die Motorbremse nutzen möchte (daher vermisse ich auch die Schaltpaddels, die meiner - gebraucht gekauft - leider nicht hat):
Wohl zur Schonung des DSG wird beim Runterschalten automatisch Zwischengas gegeben, allerdings soviel, dass zwar der Schaltvorgang selbst wie gewohnt butterweich ist, aber der Motor schon hörbar aufheult und damit auch für einen Moment erstmal gar nicht den Wagen abbremst, sondern dem aktuellen Tempo entsprechend mehr Gas im dann niedrigeren Gang gibt, so dass das Tempo gefühlt erstmal gehalten wird. Ist zwar nur kurz, aber es ist definitiv ein Unterschied zum Runterschalten beim Schaltgetriebe, wo Zwischengas zwar nicht verboten, aber doch unüblich ist, weil diese gelegentliche Belastung ohne Probleme von den Synchronringen aufgenommen wird, so dass a) die Motorbremse schneller wirkt als beim DSG und b) der Motor nicht ohne Last erstmal aufheult. Bei der Wandlerautomatik gibt es dieses Phänomen auch nicht, dafür könnte es sein, dass die dabei auch nicht mehr ganz so ruckfrei zurückschaltet.

Von der Textlänge könnte man jetzt den Eindruck bekommen, dass ich das DSG doch eher negativ sehe - NEIN: Die „Problemchen“ konnte ich nur textlich nicht kürzer beschreiben. Die positiven Eigenschaften des DSG genieße ich auf mindestens 98% meiner Fahrstrecken, und da finde ich es besser als die alte Tiptronic, die auch nicht schlecht geschaltet hat, aber eben diesen Schlupf hatte.

Mein Rat: Wenn man sich nicht absolut sicher ist, unbedingt eine Probefahrt machen!

Wer hier die Entscheidung nur von Datenblättern über den Mehr- oder Minderverbrauch im theoretischen 0,2 l-Bereich abhängig macht, investiert evtl. eine große Menge Geld in die (persönlich) falsche Technik!
Und die Probefahrt nicht mit einem Diesel-DSG machen, wenn man auf einen Benziner spekuliert, und umgekehrt! Es sollte alles annähernd gleich sein, sonst hinkt der Vergleich! Ich glaube, dass moderne Wandlerautomatiken auch wesentlich schlupffreier geworden sind. Daher könnte für empfindliche Gemüter das spezifische Verhalten beim Rangieren und beim Anfahren aus dem Stand vielleicht störender sein als es die schnellen und weichen Schaltvorgänge beim Fahren wieder gut machen können. Alles hierbei ist sehr individuell und persönlich!

#9

Also wir haben beide Autos mit DSG. Ich wollte es nicht mehr anderst! Wo ich aber kräftig geschluckt hab, war die Tatsache das alle 60000km ein Ölwechsel ansteht der mit etwa 250€ zu Buche schlägt! Soll nicht heißen das ich geizig bin aber sollte vielleicht auch erwähnt werden. Ist vielleicht für den ein oder anderen ein Ausschlußkriterium.
Viele Grüße
Tobi

#10

Habe derzeit ab und zu den Vergleich zwischen meinem Alhambra mit Tiptronic und dem DSG im Touran eines Kollegen - und kann die Beschreibungen in #8 nur bestätigen ! Vor allem, was das rangieren und anfahren angeht. Aber eigentlich is die Diskussion überflüssig - wer einen neuen Sharan/Alhambra mit Automatik haben will, muß eh das DSG nehmen ! und schlecht ist das gewiss nicht ! (bin den Alhambra übrigens auch mal damit probegefahren, und fand es bezüglich der Schaltvorgänge wirklich seidenweich !)

#11

Bin ja immer noch an Erfahrung am sammeln.
Jetzt hab ich erfahren daß nach 60 tkm beim DSG der Ölwechsel ansteht.
Und der hats in sich, preislich gesehen, wenn man es beim Freundlichen machen lässt.
Nachdem man den Zahnriemenwechsel jetzt endlich (nach 60 tkm bei den ersten PD) in km-mäßig vernünftige Regionen positioniert hat, ist man mit dem DSG wieder in der Werkstatt.
Ist doch nicht zu glauben.
Können die keine wartungsarmen Fahrzeuge mehr bauen?
Oder bauen die nur noch für die Werkstatt.
Muß man sich wohl wieder nen Strich Achter holen, wo man einmal im Jahr Ölwechsel - für 20 € - macht und gut ist.

Das lässt mich wieder zweifeln.
Auch am Rostbefall bei einigen der neuen SAs…
Schade, wird wohl hintergründig nicht besser, oberflächlich betrachtet zwar schon, aber wenn man mal alles hinterfragt???

Ich war schon am konfigurieren und kurz vorm bestellen, jetzt warte ich noch und hinterfrage weiter.

Grüße
Dietmar

#12

Wie verhält sich das DSG denn zum Beispiel beim Änhängerbetrieb?
Ich persönlich traue des DSGs noch nicht ganz über’n Weg, da ich bei meinem Vater (Altea 1,8T mit DSG) die Erfahrung gemacht habe, dass diese Getriebe nicht ganz ausgereift zu sein scheinen. Es scheint häufiger Probleme mit Rupfenden Kupplungen (1. und 2. Gang) und auch andere Probleme zu geben.
Da wir unseren jetzigen Sharan auch des Öfteren mit Anhänger (auch bis 2t) bewegen, würde ich gerne wissen, ob unter den DSGlern auch z.B. Wohnwagenfahrer oder andere Fahrer sind, die ihren Sharan oder Alhambra mit Anhänger bewegen und wie das Getriebe das wegsteckt.

Besten Dank!

Gruß Bastian

#13

Ich fahre nun auch schon seit über 300.000km Automatik (Audi Tiptronik, Galaxy Wandler, VW DSG, etc.)

Gerade beim Anhängerziehen möchte ich diese nicht mehr missen. Anfahren mit Wohnwagen am Berg, rangieren rückwärts, Tempo halten auf der Autobahn, Stau / Kolonnen fahren ist damit perfekt. Stadtfahrten mit Milchshake in der Hand aber auch :slight_smile:

Mein aktuelles DSG hat nun über 130.000km gelaufen ohne ein Problem.
Sicher wird es auch bei DSG Getrieben Defekte geben - aber hier von einem grundsätzlichen Problem zu sprechen halte ich für übertrieben.
Beim DSG gibt es zum Glück einen Ölwechselintervall (60.000km). Bei den aktuellen Wandlern nicht (mehr).
Hier wird vom Hersteller eine „Lebenslange Füllung“ versprochen. Das hat bei unserem Galaxy zum Getriebeschaden (Wandler) bei ca. 185.000km geführt.

#14

Da war das Leben mit 185.000 km halt schon vorbei. :roll:

#15

Ja, laut Ford (VW) schon :slight_smile:
Wir haben ihn aber dann noch bis 235.000km gefahren und jetzt vor zwei Wochen verkauft zugunsten eines Multivans :slight_smile:
Aber das ist eher off Topic.

#16

Naja, wenn ich überlege, dass aktuell konzernweit Fahrzeuge mit 7-Gang DSG zurückgerufen werden, denke ich schon, dass es da grundlegende Probleme zu geben scheint. Es gibt wohl auch die ein oder andere TPI, die die DSG Getriebe betrifft.
Ich möchte halt nicht, dass mir ein Getriebe auseinanderfällt, was a) teuer ist und b) vielleicht im Vorfeld schon als „auffällig“ gilt.
Ich möchte gerne von den Vorteilen des DSG profitieren. Das Fahren im Altea ist sehr entspannt. Auch, dass der Tempomat die Möglichkeit hat runter zu schalten, finde ich sehr praktisch. Aber ich möchte mir der Komfort nicht mit zusätzlicher Unsicherheit erkaufen.

Gruß Bastian

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#17

Zu Fahrzeugen mit 7-Gang DSG kann ich dir nichts sagen - wäre nur Spekulation.
Ich spreche hier (unter anderem) vom 6-Gang DSG im Sharan - welches ja dann auch bei dir zur Debatte steht.
Und das läuft bei mir ohne Probleme (min. 40.000km im Jahr und davon mindestens 5.000km mit Wohnwagen und voller Besetzung) ohne murren.

#18

Hahaha, nicht dein Ernst, oder :wink:

Ford versucht sich beim S-Max/GIII mit Software-Updates und teuren Ölwechseln, teilweise schon vor der 60000 km Marke, über die Garantiezeit zu retten.

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#19

Doch mein Ernst :slight_smile:
Es gibt sicher auch viele DSG (oder DSG artige Getriebe) die ohne Probleme laufen bzw. mit nicht mehr Problemen als andere (manuelle oder Wandler) Getriebe auch.

Wenn allerdings grundsätzlich Zweifel bzgl. Haltbarkeit bestehen dann würde ich es einfach nicht kaufen. Hat ja auch einen Psychologischen Effekt :slight_smile:
Für das gesparte Geld beim Kauf kann man sich durchaus das ein oder andere Extra gönnen auf das man sonst verzichtet hätte - aber keine elektrischen Türen - weil die immer kaputt gehen :wink: