Werkstatt-Drama: Nach Thermostat-Wechsel plötzlich Kupplungsschaden?

Hallo zusammen,

ich brauche mal eure technische und rechtliche Einschätzung zu einem Vorfall, der mich gerade fassungslos macht.

Fahrzeug: VW Sharan 7M (Baujahr 2002), 2.0L Benziner (ATM-Motor), erst 114.000 km gelaufen. Lückenlos gewartet, lief bis gestern einwandfrei.

Der Vorfall:
Ich habe den Wagen in die Werkstatt gebracht, um das Thermostat und den Kühlmittelsensor (G62) wechseln zu lassen. Eigentlich Routine. Auf der Rechnung stehen nur diese Teile und ca. 1,5h Arbeit.

Bei der Abholung passierte es:
Ich starte, will den Rückwärtsgang einlegen – es geht kaum rein. Als es klappt, macht der Wagen einen heftigen mechanischen Schlag („Rummsen“) und einen Sprung nach hinten, als ob etwas im Getriebe blockiert oder überspringt. Danach lassen sich der 2. Gang und andere Gänge fast gar nicht mehr einlegen. Der Wagen wurde sofort wieder in die Werkstatt gerollt.

Das Problem:
Die Werkstatt behauptet nun: „Kupplung defekt, reiner Verschleiß.“ Kostenpunkt: ca. 1.000 €.

Meine Zweifel:

  1. Der Wagen schaltete vor der Abgabe perfekt. Kein Rutschen, kein Kratzen.

  2. Das Thermostat sitzt beim 2.0er direkt über dem Schaltmechanismus/Getriebe.

  3. Ich habe beobachtet/erfahren, dass der Motor abgestützt/angehoben wurde (was für einen Thermostatwechsel eigentlich unüblich/unnötig ist).

  4. Ein Gutachter am Telefon meinte, beim Anheben/Abstützen kann sich der Motor verspannen, was den Zentralausrücker oder die Schaltgeometrie beschädigen kann.

Die Werkstatt blockt: „Hätte jederzeit passieren können, purer Zufall.“

Meine Fragen an euch:

  • Hat jemand schon mal erlebt, dass beim „Hebel“ am Thermostatgehäuse oder durch unsachgemäßes Abstützen des Motors die Kupplungshydraulik oder die Mechanik so einen Schlag abbekommt?

  • Wie würdet ihr vorgehen? Die Werkstatt will jetzt das Getriebe ausbauen (auf meine Kosten).

  • Ist die Story „Verschleiß genau im Moment der Übergabe“ glaubwürdig oder versucht man hier einen Montagefehler zu vertuschen?

Bin über jeden Rat dankbar!

Hmm. Wenn Du keine Gerichts- und Gutachterschlacht führen möchtest, die dem Gegenwert des Wagens auch nur annähernd entspricht, hast Du nur eine Möglichkeit: Schleppe den Wagen auf eigene Kosten in eine andere Werkstatt (Deines Vertrauens), und lasse dort die Kupplung machen.

Denn Deine rechtliche Lage ist weniger als dünn. Der Wagen ist 24 Jahre alt, da kann ein Kupplungsschaden jederzeit eintreten. Du müsstest nachweisen, dass die Werkstatt a) am defekten Teil gearbeitet hat und b) die Schaden dabei verursacht hat.

Vorher kannst Du sie noch mit der Aussage des Gutachters und Deiner Beobachtung konfrontieren. Aber da sie bisher mauern, wird das wohl nichts ändern. Wenn Du den Kupplungstausch nun woanders durchführen lässt, wirfst Du ihnen zumindest kein weiteres Geld hinterher. Ob das günstiger ist, steht auf einen anderen Blatt.

Unabhängig davon teile ich Dein Gefühl, dass die Sache äußerst suspekt ist.

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Die Beweislast liegt bei dir. Auch wenn das Abstützen des Motors nicht erforderlich wäre, könnte die Werkstatt mit diversen Begründungen oder eigenen Erfahrungen oder internen Ablaufplänen eine Gegenargumentation aufmachen. Das dadurch was am Schaltgestänge oder im Bereich der Hydraulik Fehler entstanden sind… Schwierig schwierig

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Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Eine Sache ist noch unklar. Stand das Auto noch direkt in der Werkstatt, wo es repariert wurde (ich meine wirklich die Stelle, wo die Reparatur durchgeführt wurde) oder stand er auf dem Werkstattgelände. Wenn er auf dem Gelände stand, dann sind die Chancen für einen Rechtsstreit Richtung 0. Da steht dann die Aussage "Wir haben den Wagen repariert und haben ihn dann zur Abholung abgestellt. Wir konnten den Wagen ohne Probleme umparken.

Vielleicht ist am Mechanismus nur etwas ausgehakt?

Normalerweise sollte man da den Ball flach halten und sich mit der Werkstatt auf die Suche nach einer Lösung gehen .

Eine direkte Schuldzuweisung ist nicht zielführend .

Sowas kann immer passieren .

Eine korrekte Diagnose ist erstmal wichtig .

Erfahrungsgemäß wird immer ein Mittelweg gefunden .

Sie haben den Wagen 10m rausgefahren und auf der Straße abgestellt.





Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr verdichtet sich für mich der Grund für das Ganze:

1. Das defekte Thermostat und/oder der G62-Sensor wurden vermutlich über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt, da ich eher Wenigfahrer bin, aber überwiegend lange Strecken fahre.

2. Der eigentliche Auslöser war wahrscheinlich ein Winterstart an einem Berg bei Minusgraden mit komplett kaltem Motor. Beim Anfahren blieb ich stecken, die Reifen drehten entsprechend durch. Nach Freischaufeln und Anschieben klappte es zwar irgendwann, das dürfte jedoch zu sehr hohen Temperaturen geführt haben.

3. Im Frühjahr wollte ich den Ölstand prüfen, bekam den Ölmessstab jedoch nicht mehr heraus. Dabei brach der Griff ab, und als ich mit einer Zange nachhalf, zerbrach auch der Kunststofftrichter des Ölmessstabs. Offenbar war es zuvor sehr heiß geworden, wodurch sich Öldampf bzw. Überdruck gebildet hat.

4. Dass die Kupplung nun endgültig durch ist, war vermutlich eher Zufall. Davor bin ich noch etwa 1.000 km mit dem defekten Thermostat gefahren.

Wie geht es jetzt weiter:
Die Werkstatt öffnet nun das Getriebe, damit wir uns die Kupplung und mögliche weitere Schäden anschauen können.

Bei dem Aufwand lasse ich auf jeden Fall folgende Teile erneuern:

  1. Kupplung inklusive Zentralausrücker

  2. Kurbelwellensimmerring

  3. Zweimassenschwungrad (abhängig von der Sichtprüfung)

  4. Kurbelgehäuseentlüftungs-Schläuche (nach Sichtprüfung, eventuell reicht auch Durchblasen)

Was meint ihr dazu?

Klingt vernünftig.

Das du dir die Kupplung durchgekocht hast ist bei dem Szenario durchaus denkbar. Das der Werkstatt das nicht direkt auffällt ist auch durchaus denkbar.
Ich gehe zwar davon aus, dass die Werkstatt das Auto probe gefahren hat. Aber wenn dem Mechaniker dabei nichts auffällt kann er auch nichts machen.

Vermutlich haben sie das Auto zum entlüften auch nochmal richtig heiß laufen lassen (macht man meist so). Vielleicht hat dann der Zentralausrücker seinen letzten Treffer erhalten und der nächste der dann drauftritt hat eben verloren. Hätte genausogut auch der Mechaniker sein können.

Wir hatten auch schon eine gebrochene Kupplungsdruckplatte nach einem Reifenwechsel. Passiert eben mal.

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Der ATM hat glaubich eher kein ZMS .

Werden wir dann sehen ob ZMS oder EMS. EMS müsste dann aber nicht getauscht werden, weil sehr robust?