unruhiger Leerlauf <=> AGR-Ventil <=> Unterdrucksystem

Hallo zusammen,

der AUY-Motor unseres Sharans hat aktuell einen recht unruhigen Leerlauf.
Bei der Fehlersuche stellte sich heraus,
dass der Leerlauf sich beruhigt,
wenn der Unterdruckschlauch des AGR-Ventils abgezogen wird.

Daraufhin habe ich diesen abgezogenen Unterdruckschlauch an eine Unterdruckmeßdose angeschlossen und den vom Unterdrucksystem im Leerlauf angelieferten Unterdruck gemessen.
Das Ergebnis waren sich nach dem Anlassen des Motors bald aufbauende, stabile -700mbar.

Danach habe ich in diese Unterdruckversorgung ein Y-Stück eingesetzt und den Unterdruck gemessen,
der sich mit angeschlossenem AGR-Ventil ergibt.
Das Ergebnis war ein sich langsamer aufbauender und um nur -400mbar schwankender Unterdruck.

Daraus habe ich geschlossen,
dass das AGR-Ventil undicht ist und ersetzt werden muß.
Allerdings ist es dann das dritte undicht gewordene AGR-Ventil in Folge.

Sind die vom Unterdrucksystem angelieferten -700mbar zu stark und dadurch in der Lage,
AGR-Ventile zu zerstören?

Wie soll sich der vom Unterdrucksystem am AGR-Ventil angelieferte Unterdruck nach dem Abschalten des Motors auf 0mbar verändern (ganz langsam oder sofort oder …)?

@Dr._Fraggle, @Heisenberg

Beste Grüße

#1

Klingt für mich erstmal alles ganz normal.

Die Tatsache, daß der Unterdruck leicht hin und her schwankt zeigt nur, daß der Regelkreis wunderbar funktioniert. Alles i.O.

Wenn Du den Schlauch abziehst, dann trennst Du den Regelkreis auf. In diesem Fall ist es völlig normal, daß der Unterdruck bis auf -700mbar ansteigt. Diese -700mbar sind auch in keinster Weise irgendwie schädlich.

Wenn Du Dir mal das AGR-Ventil und den zugehörigen Ansteuer-Unterdruck live und in Farbe anschauen willst, dann sei dieses Video empfohlen: youtu.be/pPVKnO6b6cY Das sollte alle Deine Fragen beantworten.

#2

Vielen Dank für das Video, @Dr._Fraggle.

Ja, dieser Regelkreis scheint doch i.O. zu sein.
Ich bin zwischenzeitlich mit der Unterdruckpumpe an das AGR-Ventil gegangen und habe einen stabil bleibenden Unterdruck von ca. -900mbar erreichen können.

Bleibt die Frage,
warum sich der unruhige Leerlauf sich beruhigt,
wenn der Unterdruckschlauch des AGR-Ventils abgezogen wird. ???
Der Motor qualmt übrigens wieder ein bischen aus dem Auspuff.

Beste Grüße

#3

Hallo zusammen,

bis vor kurzem lief unser Sharan nach den letzten Reparaturen sehr schön (gutes Ansprechverhalten / gute Leistungsentfaltung, guter Rundlauf, kein Qualm etc.).

Doch plötzlich qualmte er wieder aus dem Auspuff, wobei der Qualm wohl über die Abgasrückführung auch zu einem unruhigen Leerlauf führt.

Wie würdet Ihr vorgehen, um die Ursache für die plötzlich aufgetretene Verschlechterung zu finden?

Beste Grüße

#4

Hallo zusammen,

nun ist unser Sharan zweimal ins Notprogramm gegangen.
Folgende Fehler ließen sich unter Motorelektrik auslesen:

17563.P1155
Geber für Saugrohrdruck -G71 Kurzschluß nach Plus

und

17965.P1557
Ladedruckregelgrenze überschritten

Sollte ich einen neuen Ladedruckgeber mit der VW Teilenummer 038906051 einbauen, obwohl Anfang Oktober 2019 ein neuer Ladedruckgeber eingebaut worden war, oder gibt es eine alternative Erklärung für diese ausgelesenen Fehler als einen defekten Ladedruckgeber?

Beste Grüße

#5

Hallo zusammen,

ein neuer Ladedrucksensor (Hella) und auch ein neuer Luftfilter (Mann-Filter) brachten keine Verbesserung bezüglich des Qualms.
Als nächstes wird noch der zweipolige Kühlmitteltemperatursensor gewechselt.

Welche Ursachen kann der Fehlereintrag
17965.P1557
Ladedruckregelgrenze überschritten
außer einer fehlenden Leichtgängigkeit der VTG haben?
(Der Turbo unseres Sharans wurde im Juni 2019 gewechselt.)

Beste Grüße

#6

Moin SharanPD,

hast du zwischen #4 und #5 den Ladedrucksensor gewechselt?

17965.P1557 ist als Folgefehler von 17563.P1155 möglich.

Gruß,
Hinki

#7

Falls die Fehler nun weg sind, er aber trotzdem noch nicht rund läuft, könnte ich mir auch den LMM als Fehlerquelle vorstellen.

#8

Könnte man den Geber für Saugrohrdruck -G71 nicht durch Aufpumpen der Ladeluftstrecke (wie andernorts hier zur Lecksuche beschrieben) und Auslesen der Werte im MSG überprüfen?

#9

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

#6:
Ja, der Ladedrucksensor wurde gewechselt.
Anschließend wurden die beiden Fehler gelöscht.
Danach trat der Fehler 17965.P1557 jedoch allein erneut auf, ohne noch Folgefehler von 17563.P1155 sein zu können.

#7:
LMM wurde erst Anfang Oktober 2019 erneuert (Bosch 0 281 002 757).

Beste Grüße

#10

Hallo SharanPD,

hast Du die Möglichkeit die Regelgrößen zu loggen?

Wenn da schon so viele neue Komponenten drin sind, würde ich mich fragen, ob nicht im Kabelbaum oder sogar im MSG ein schlechter Kontakt bestehen könnte.

Lässt sich eine Temperaturabhängigkeit des unruhigen Leerlaufs beobachten?

Grüße

#11

Hallo uborka,

was genau sollte denn geloggt werden?

Bei Kaltstart ist der Leerlauf unruhiger als bei warmem Motor.
Temperaturabhängigkeit bezüglich Außemtemperatur unklar.

Beste Grüße

#12

Ich dachte da so z.B. an den Verlauf des Ladedrucksensorsignals.
Dr. Fraggle hat ein paar schöne Ladedrucklogs und auch eine Beschreibung, wie man diese Kurven erzeugen kann.
Vielleicht könnte man anhand solcher etwas sehen.

Die Temperaturfrage war wg. möglicher kalter Lötstellen oder so.

Wie sehen denn die LLRR Werte aus?

#13

Hallo zusammen,

der zweipolige Kühlmitteltemperatursensor wurde auch gewechselt.
Leerlauf ist aktuell ruhig.

Allerdings qualmt unser Motor weiterhin aus dem Auspuff.

Beste Grüße

#14

Hallo zusammen,

obwohl der Turbo im Juni 2019 erneuert worden war, habe ich mich der VTG-Verstellung zugewandt.

Dazu habe ich eine Unterdruckpumpe (0 bis minus 1000mbar) mit Belüftungsventil

an die Druckdose für die VTG-Verstellung angeschlossen und vorsichtig begonnen zu pumpen (kalter Motor).

Es zeigte sich,
dass sich die VTG-Verstellung mit zunehmendem Unterdruck nicht kontinuierlich bewegte, sondern ruckelig bis Anschlag (Ziehbewegung),
und
dass die VTG-Verstellung beim Belüften der Unterdruckpumpe von allein nicht ganz auf den anderen Anschlag zurückging, sondern zunächst dorthin geschoben werden mußte.

Habe dann einige Zyklen gepumpt und belüftet (VTG-Gymnastik „4.0“), bis das Ruckeln fast weg war und der andere Anschlag beim Entlüften ganz allein erreicht wurde.

Bei der anschließenden Probefahrt qualmte es ausgehend vom kalten Motor zunächst gar nicht und bei warmem Motor dann kaum noch.
Vielleicht qualmt es auch bei warmen Motor gar nicht mehr, wenn ich noch etwas mehr von dieser VTG-Gymnastik „4.0“ investiere.

Irritierend ist, dass die VTG-Verstellung der Zuwendung bedarf, obwohl der Turbo erst vor wenigen Monaten erneuert wurde.
Was haltet ihr davon?

Beste Grüße

#15

OE Turbo oder Billigmüll?

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#16

Hallo @Tornador,

es handelt sich um einen generalüberholten Garrett-Turbolader (@THWfrank).

Beste Grüße

#17

Ich verweise mal auf meinen Fahrzeugblog www.sgaf.de/node/444204
Bei mir haben die Leitschaufeln gekratzt - siehe auch oben, was ich vermute. Im Dieselschrauberforum hat Rainer (sehr aktiver Schrauber dort) das bei der Untersuchung von mehreren Turboladern festgestellt. Ich hatte ja auch beim ersten mal alles wieder eingebaut und weniger fest zusammengeschraubt. Fing dann aber dich wieder in der Mitte an zu haken. Lösung war, Leitschaufeln etwas kleiner zu schleifen.
Glaube nicht, daß so etwas bei generalüberholten Turbos gemacht wird. Also durchaus möglich, daß die nach geraumer Zeit haken.

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#18

Vielen Dank für Deien Rückmeldung toum-toum.

Nach den heutigen Bewegungsübungen ist die VTG-Verstellung zumindest bei kaltem Motor leichtgängig.
Ca. -400 mbar reichten, um die VTG-Verstellung an den druckdosenseitigen Anschlag zu ziehen.
Belüften der Unterdruckpumpe führt dazu, dass die VTG-Verstellung von allein hörbar am anderen Anschlag ankommt.

Beste Grüße

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#19

Habe hier eine Idee für ein „Tuning-Teil“:

Die VTG Gymnastik könnte man bei vorhandenem Unterdruck auch mittels des Regelventils (Elektropneumatischer Wandler) durchführen.

In welchen Fahrzuständen wäre eine VTG Gymnastik gefahrlos (und schadstoffarm :slight_smile: ) möglich?
Im Leerlauf?
Im Schub?

Eine eingeschleifte Elektronik, die passende Zustände erkennt, könnte in das elektrische Signal zum Regelventil eingreifen und in den verfügbaren Pausen VTG Gmynastik machen.

Wäre das nicht etwas?