Stellmotor Heckklappenbetätigung

Bei meinem Galaxy wird bei Betätigung das Türgriffes der Heckklappe ein Schalter geschlossen, der einen Stellmotor betätigt. Dieser Stellmotor betätigt die Verriegelung der Heckklappe und gibt sie frei. Eine direkte mechanische Betätigung geschieht also nicht.

Der Stellmotor tut´s nun nicht mehr richtig. Bei erstmaliger Betätigung zieht er zwar kurz an, und fährt meistens noch den ganzen Weg, so dass das Heckklappenschloss sich öffnet. Bei einer zweiten oder dritten Betätigung kurz darauf schafft der Stellmotor dann nur noch einen Teil des Weges und je öfter man betätigt immer weniger.

Nach ein paar Minuten Wartezeit fährt der Stellmotor wieder den ganzen Weg, um bei einer weiteren Betätigung wieder nur einen Teil zu schaffen oder gar nur zu zucken.

Ich kenne nun nicht das Prinzip, das dahinter steckt und den Fehler, der daraus resultiert. Es sieht so aus, als ob der Stellmotor selber in Ordnung wäre, aber als ob ein Kondensator (oder so etwas ähnliches wenn da so etwas ist) erst geladen werden müsste, um genügend Strom für den Stellmotor liefern zu können. Bei mehrmaliger Betätigung kurz hintereinander scheint die Zeit zum Laden nicht zu reichen.

Ich habe mal am Eingang zum Stellmotor gemessen bzw. an dem Kabel, das den Stellmotor versorgt, da kommt immer nur ganz kurz Spannung an, selbst wenn der Schalter länger betätigt wird.

Kann mir jemand sagen, wie das Prinzip der Ansteuerung des Stellmotors aussieht, ob es generell richtig ist, dass nur kurzzeitig Spannung anliegt und was der mögliche Fehler sein könnte und wo ggf. das defekte Teil liegt.

Vielen Dank im Voraus

#1

Hallo Steuermann,

so wie es sich anhört, kann es auch mit der Stromversorgung des Türgriffs zu tun haben; vielleicht solltest Du gleichzeitig die Qualität des Kabelstranges nachschauen, der in die Heckklappe geht. Dieser Kabelstrang gehört - leider - zu den inoffiziellen Verschleißteilen bei unserem Lieblingsauto, die nach einigen Jahren unter Ermüdungsbrüchen leiden.

Gruß, Ralf

#2

Ich habe heute mal eine Herausforderung an alle Elektriker und Elektroniker hier im Forum. Es geht nochmal um den Stellmotor für die Betätigung des Heckklappenschlosses.

Also, die Stromversorgung ist in Ordnung.

Ich habe interessehalber den Stellmotor mal ausgebaut und Spannung draufgegeben und den Strom (mit einem Digital-Amperemeter) gemessen. Der Motor zieht an, braucht dabei kuzzeitig 0,3 A (lässt sich allerdings wegen der Trägheit der Messanzeige nur sehr ungenau messen) und fällt dann in der Endlage auf etwa 0.01 A ab.

Wenn man den Versuch kurz darauf nochmal wiederholt, fährt der Motor schon nicht mehr in die Endlage, zieht aber auch nicht mehr die 0,3 A. Nach nochmaliger Wiederholung zuckt der Motor nur noch und bleibt gleich bei den annähernd 0.01 A.

Nach einiger Wartezeit (vielleicht 2 oder drei Minuten?) fährt der Motor wieder in Endlage, beim zweiten Versuch nur noch teilweise und beim dritten und weiteren Versuchen zuckt er wieder nur noch.

Ich bin nun kein Elektriker. Ich vermute aber, das da irgend eine Schaltung ist, die den Motor vor Überlastung in Endlage (im Blockierfall also) schützt. Rein interesehalber würde ich gerne mal wissen, wie das funktioniert.

Ich habe den Stellmotor dann auch mal aufgemacht (ich nehme an, dass ich sowieso einen neuen benötige). Da ist nicht viel drin: ein kleiner Elektromotor, der über ein Zahnradgetriebe eine Spindel antreibt, auf der die Zugöse zur Schlossbetätigung läuft. Beim Betätigen wird gleichzeitig eine Feder gespannt, die den Stellmotor wieder in die Ausgangslage zurückholt (Schloss zu), wenn kein Strom mehr fliesst. Der Stellmotor kann also elektrisch nur in eine Richtung (öffnen) bewegt werden, zurück wird er über die Feder gestellt.

Zwischen die beiden Anschlusspole des Elektromotors ist ein elektrisches Bauteil gelötet, das wie ein Kondensator aussieht (ich hätte auf Entsörkondensator getippt), vielleicht ist das aber auch das geheimnisvolle Teil, das alles steuert. Ich wüsste gerne wie. Das Teil ist beschriftet mit M V270 76. Vielleicht weiss ein Elektronik-Freak hier im Forum wie sowas funktioniert.

Ich habe aber auch festgestellt, dass beim Betätigen des Türgriffes der Heckklappe (dabei wird ja, wie ich schon früher schrieb, ein Schalter geschlossen) nur ein kurzer Stromimpuls zu dem Stellmotor gegeben wird, auch wenn der Griff in „Öffnen“-Stellung gehalten wird (und damit der Schalter geschlossen bleibt). Hat jemand eine Ahnung, wie das gesteuert wird?

Ich werde nun wohl einen neuen Stellmotor besorgen (bin schon mal auf den Preis gespannt). Vermutlich kleine Ursache, große Wirkung (auf den Geldbeutel), wie immer halt.

#3

Richte dich mal auf ca. 18 Euro ein :wink:

#4

Das wage ich kaum zu glauben. Gibt´s für so wenig Geld überhaupt noch irgend etwas?

Aber Spass beiseite. Trotzdem würde mich interessieren, wie die das Teil elektrisch funktioniert.

#5

Das war wohl ein kalter:

[/quote]Richte dich mal auf ca. 18 Euro ein ;-)[/quote]

War heute beim Ford-Händler. Nach langem Suchen (auf dem Bild sieht das Teil etwas anders aus, soll aber angeblich nichts bedeuten),

eröffnete er mir den Preis: 83 EUR (Georg, kann es sein, dass du die Zahlen vertauscht hast, 18 statt 81 ??)

Ich weiss, dass der Fordhändler nichts dafür kann, aber in solchen Momenten muss ich mich schon sehr zusammenreissen, um nicht ausfallend zu werden.

Das Teil hat die Teilenummer 1005711.

Ich habe es, schon aus Protest, nicht gekauft. Ich will nun erst mal hören, ob jemand einen Tip hat, wo man es evtl. günstiger (auch gebraucht) bekommt.

Ich weiss inzwischen wahrscheinlich auch, was an dem Teil kaputt ist: wahrscheinlich hat der im inneren liegende kleine Elektromotor eine Art Thermosicherung, die bei Überlast (auch in Endstellung) den Strom runterregelt. Diese Sicherung spricht ziemlich schnell an, in meinem Fall leider zu schnell. Das erklärt auch, warum das Teil nach ein paar Minuten (nach Abkühlung) wieder arbeitet. Leider kann ich dieses Teil nicht auswechseln, da es sich im Inneren des Motors befindet.

Hier muss ich wieder fragen, warum die heutigen Autos ein Schloss per Elektromotor auslösen müssen?

Alle jammern, das die Autos immer fehleranfälliger werden (Aha!), zu schwer sind, immer teurer werden…

Warum kann man die Heckklappe nicht einfach mechanisch öffnen, wie es die letzten, na ja, fast hundert Jahre funktioniert hat? Wann kommt der von mir prognostizierte, von aussen verstellbare Innenspiegel oder andere nutzlose Erfindungen die die Menschheit nicht braucht?

Trotzdem, zum Schluss noch mal: Hat jemand einen Tip, wo man so einen Betätigungsmotor günstig bekommt?

#6

Ja, im Ersatzteillager Deines nächsten VW-Händlers.

Der Preis, der Dir genannt wurde ist der typische Ford-Aufschlag.

#7

Nach wie vor bei jedem x-beliebigen VW-Händler unter der TNr. 7M0 862 159 für rund 16 Euro + MwSt.

Der Preisaufschlag bei Ford ist bekannt, weil die immer einen Azubi zu VW schicken um die Teile zu holen. Warum die im Falle des Stellmotors anstelle des Azubis den Geschäftsführer schicken kann ich Dir allerdings auch nicht erklären.

#8

Vielleicht ist auch nur der nächste VW-Freundliche so weit weg dass der Azubi mit dem Mofa fahren muss :slight_smile:

#9

Danke für die Tips.

Ich glaub´es zwar erst, wenn ich das Teil in den Händen halte, aber dann gehe ich anschliessend gleich mit dem Teil zu Ford und erzähle ihnen mal meine Meinung.

Problem heute war, dass bei VW ab 17.00 Uhr der Ersatzteildienst den Rolladen runter lässt, schon fast wie bei der Post. Arbeitnehmerunfreundliche Geschäftszeiten

Morgen wisst Ihr mehr.

#10

Hallo,

ja die haben sich eher frei genommen weil sie bei Deiner Firma anfangen wollen, Du hattest zu der Uhrzeit ja schon Freizeit :smiley:

nix für ungut :wink:

Frank :drink:

#11

So, nun weiss ich mehr.

Ich weiss nun, dass der von mir benötigte Stellmotor ( 7MO-959-775-D) für die Heckklappenbetätigung nicht 18, nicht 28, nicht 38, sondern (bei VW) 48 EUR kostete. Bei Ford wären es gar 83 EUR gewesen.

Ich habe ihn noch nicht eingbaut (sondern nur mal kurz am Stecker getestet), aber immerhin scheint er zu funktionieren.

Ich überlege nun, ob ich mir statt eines schnöden Elektromotors nicht doch einen Butler leisten sollte, der mir die Tür immer von Hand auf und zu macht. Die gibt´s doch schon günstig als 1 EUR-Jobber. Das hätte doch Stil.

Als nächstes ist dann der Zuheizer dran. Der geht nämlich auch nicht. (scheint aber eher der Regelzustand zu sein, wenn man nach den Zuschriften hier im Forum geht).

#12

Aha, Du hast also noch ein Modell vor dem Facelift. Hättest Du gleich sagen können dann hätte ich Dir auch die richtige TNr. und den richtigen Preis sagen. Ab Modelljahr 01 kostet der Stellmotor wirklich nur 18 Euro.

#13

@helmsman-2: Wie wäre wenn Du Dich mal anmeldest und Dein Profil ausfüllst?

Dann müssen wir nicht immer raten was für ein Auto Du jetzt fährst

#14

Um mal wieder zum Thema zu kommen. Da Du ja nun einen neuen Motor hast, kannst Du mit den alten ja spielen. Ich würde einfach mal den Kondensator zwischen den Anschlußpolen abbauen. Der hat eigentlich nur die Aufgabe, Störimpulse die jeder Gleichstrommotor erzeugt, zu kappen. Möglich das der Kondensator durchschlägt, dann sollte aber derStrom nicht in die Knie gehen. Als zweitens könnte ich mir einen Fehler in der Motorwicklung vorstellen, der bei zunehmender Erwärmung der Wicklung auftritt. Leg doch den Motor mal eine Weile in die Eistruhe und probier dann mal wie oft der Motor läuft. Möglich ist natürlich auch eine Thermosicherung, aber ich glaube nicht das da noch so was drinne ist.

#15

Hallo,

um dem allgemeinen Wunsch nachzukommen habe ich mich nun registriert und komme nun nicht mehr als Gast.

Das Geheimnis des Stellmotors habe ich auch gelüftet und präsentiere hier die Lösung:

Der kleine Mabuchi-Elektromotor, der den Stellmotor betätigt hat in seinem Inneren tatsächlich irgend ein elektronisches Bauteil, das zwischen einem der Anschlüsse liegt.

Es sieht aus wie eine „Sandwichplatte“, ca. 1 cm im Quadrat, ca 2 mm dick. Zwischen zwei Deckschichtfolien aus Metall liegt ein schwarzes Material, was aussieht wie Kohle o.ä. Der Strom wird auf der einen Seite hineingeleitet, auf der anderen Seite wieder hinaus.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Teil für das Herunterregeln des Stromes im Kurzschlussfall (also wenn der Stellmotor angezogen hat und in Endstellung ist) verantwortlich ist. In meinem Fall war das Teil wohl defekt und hat zu früh runtergeregelt.

Tja, kleine Ursache, große Wirkung.

#16

Vielen Dank für die Lösung des Rätsels. Wieder was gelernt hier im Forum. Bei dieser Platte dürfte es sich dann bestimmt um ein Hybrid-Baustein handeln mit bestimmt ein paar Halbleiter-Bauelemente darauf. Was da genau geschieht wird dann wohl nur der Hersteller wissen.

#17

Hallo,

so um nun allen mal das tolle Ding zu zeigen wären ein paar Fotos echt toll.

Gruß

Ingo

#18

@ Ingo:

das mit den Fotos geht leider nicht mehr, da ich das Teil kaputt gemacht habe, um es mir mal genauer anzusehen.

Aber inzwischen bin ich wieder ein bisschen schlauer:

Bei dem geheimnisvollen Bauteil handelt es sich um einen sogenannten Polyswitch. Was das genau ist, kann man hier nachlesen: click.gif

Die Teile gibt es in allen möglichen Formen. Hersteller ist u. a. die Firma Tyco. Wen es interessiert, guckt auf deren Homepage mal nach. Es ist ganz interessant, wo diese Teile überall eingesetzt werden. Ich wusste bis dato nicht mal, dass es sowas gibt. Anwendung u. a. auch in elektrischen Fensterhebern, damit sie in Endlage abschalten. Also nichts mehr mit mechanischem Endschalter. Auch in Zigarettenanzündern, Schiebedächern usw. sind sie drin.

Ich hoffe nur, dass davon nicht noch mehr kaputt gehen.

#19

Bei meinem sharan, BJ 1976 funzt der Heckklappenmotor auch nicht mehr. Genau diesselben Symptome wie oben beschrieben.
Habe den schalterdeckel geöffnet. die el. motorklemmen sind mit einem Polyschalter versehen. Da er leicht zugänglich ist werde ich versuchen einen Ersatzpolyschalter anzulöten.
Bezeichnung des Polyschalters:
M
K270
5N