Spezielle Frage zu Zuheizer, AGR-Kühlung etc

Moin!

Wie einige vielleicht wissen, habe ich vor kurzem meinen Motor gegen einen moderat leistungsgesteigerten getauscht. Stand vor dem Umbau war, dass Zuheizer, Heizung etc. fehlerfrei funktionieren.

Nach dem Umbau:

Der AGR-Kühler ist rausgeflogen und die Leitungen versorgen stattdessen die Wasserkühlung des Turbos. Die Leitungen gehen anschliessend durch die Zusatzwasserpumpe weiter „normal“ in den Kühlkreislauf, d.h. auch zum Zuheizer. Das funktioniert auch sehr gut soweit. Allerdings heizt der Turbo das Kühlwasser recht schnell auf, was beim Zuheizer zum Fehlereintrag „Überhitzung …“ führt und somit zur Abschaltung. Auch das stört mich nicht so sehr, da ich recht schnell auf 90°C Wassertemperatur komme.

Nun zum Problem / Symptomatik: trotz 90°C Wassertemperatur ist die Heizleistung bescheiden. Ich habe das Gefühl, als ob der Wärmetauscher nicht vernünftig mit Luft durchströmt wird; zudem ist der aus den Lüftungsdüsen ausströmende Luftstrom sehr schwach (aber zumindest warm). Die Defrost-Funktion für die Frontscheibe verrichtet problemlos ihren Dienst. Fehlereinträge in der Climatronic habe ich nicht außer einem sporadischen „Stellmotor Umluftklappe“ - den Eintrag hatte ich vorher aber auch schon und die Heizleistung war trotzdem ok.

Gibt es sowas wie ein Ventil, was die Durchströmung der Wärmetauscher reguliert? Wird mein Wasser eventuell dafür zu heiss? (90°C werden laut KI nicht überschritten und VCDS wirft auch keine Unregelmäßigkeiten aus) Führt die Abschaltung des Zuheizers zu verminderter Heizleistung trotz 90°C Wassertemp.? Macht es villeicht Sinn, zwischen Turbo und Zusatzwasserpumpe einen Wasserkühler zwischenzuschalten? Platz dafür hätte ich sogar; der müsste ja nicht die Dimensionen des Wasserkühlers in der Frontmaske haben.

Wäre super, wenn mir jemand speziell zum Thema „Aufbau Kühlmittelkreislauf“ weiterhelfen kann; insbesondere zu Ventilen etc. In der Suche konnte ich zumindest zu meinem etwas speziellen Problem keine wirkliche Lösung finden.

Beste Grüße,

Fabian

#1

Hallo Fabian,
schau mal mit VCDS welche Wassertemperatur die Climatronic meldet…
ich könnte mir vorstellen, dass diese das Gebläse drosselt wenn die vor dem Lüftungswärmetauscher gemessene Kühlmitteltemperatur sehr hoch ist und damit die Climatronic regeltechnisch nicht zurecht kommt. Es müsste dann der Luftstrom auch stärker sein wenn die Kühlmittel - Temperatur noch etwas geringer ist.
und wenn die Temperatur nicht hoch genug ist, dann ist möglicherweise die Leitung zum / vom vorderen Wärmetauscher wo verlegt - das Kühlmittel strömt dann komplett über den hinteren Wärmetauscher.

…eventuell ist es besser den Turbo in die Leitung einzuschleifen, die vom Zylinderkopft direkt zurück in den Kühler führt. Da sitzt dann auch der Temperaturfüher, der den Kühlerventilator steuert, der dann auch früher die Kühler - Lüfter einschaltet :-k

… der Pollenfilter ist doch sauber oder :wink:

#2

Hi Hoernchen!

Das mit der Wassertemperatur ist eine gute Idee - das werde ich mal loggen. Ich habe auch schon überlegt, den Turbo woanders in den Kühlkreislauf einzuschleifen, nur wollte ich die Schlauchstrecken möglichst kurz halten. Angenommen, ich schleife den tatsächlich zwischen ZK und Kühler ein, dann könnte ich die Schläuche vom exAGR-Kühler ja stumpf durchschleifen…

Der Pollenfilter ist sauber :wink: Den wird es ja hoffentlich nicht beim Umbau schlagartig zugesetzt haben :smiley:

Gruss,

Fabian

#3

Ich weis nicht die die Teile und die Verbindungen in Natura aussehen - Du musst auf jeden Fall den Vorlauf Anschluss mit dem Rücklauf Anschluss des exAGR-Kühler „kurz schliessen“ sonst bekommst du kein warmes Kühlmittel in den Heizungswärmetauscher

Die serienmässige Reihenfolge ist ZK AGR-Kühler - (optional Abschaltventil bei Standheizung) - Pumpe für Kühlmittel Nachlauf - TStück und von dem T-Stück jeweils zum vorderen und hinteren Wärmetauscher.
Nach den Heizungswärmetauschern werden die Kühlmittelströme in einem T-Stück wieder vereint und von diesem geht es Wasserpumpe am Motor zurück.
Wenn eine Standheizung mit zusätzlicher Pumpe verbaut ist, dann wird im Stand-Heizbetrieb das Abschaltventil geschlossen (…Verbindung zum ZK zu oder gedrosselt :-k ) und die Kühlmittelpumpe zirkuliert das Kühlmittel hauptsächlich nur durch die Wärmetauscher der Heizung

hoernchen

#4

Moin!

Ich hatte heute mal die Gelegenheit, den Wagen etwa 15 km lang mit etwas höherer Geschwindigkeit zu bewegen (GPS-gemessene 220 km/h, mehr war aufgrund des Verkehrs nicht drin). Dabei ist die Heizung auch kräftigst warm geworden, wobei die Wassertemperatur lt. KI bei 90°C lag.

Ich denke also, dass der relative enge Turbo-Wasserschlauch der Flaschenhals ist. Wie von hoernchen schon geschrieben, werde ich daher den exAGR-Wasserkreislauf „kurzschliessen“ und den Turbo von woanders versorgen. Meine Überlegung geht Richtung Zulaufschlauch zum Wasserkühler. Allerdings weiss ich aus dem Stehgreif nicht, ob dieser thermostatgeregelt ist, also erst ab einer gewissen Temperatur „freigegeben“ wird. Ich möchte den Turbo eigentlich schon bei jeder Wassertemperatur versorgt wissen.

Die Idee ist, einen Abzweig zum Turbo einzusetzen, den Turbo versorgen und anschließend wieder zurück in den Zulaufschlauch zum Kühler. So wird auch auf jeden Fall das gut erhitzte Wasser vom Turbo direkt durch den Kühler gejagt. Das funktioniert aber leider nur dann so wie ich mir das vorstelle, wenn der Kühlerzulauf immer im Kreislauf ist - ansonsten muss ich da halt ein möglicherweise vorhandes Thermostat „wegrationalisieren“. Warm genug wird das Wasser eh.

Weiss jemand von Euch, ob und wie der Zulauf zum Wasserkühler beim AUY geregelt ist?

Beste Grüße,

Fabian

#5

Hallo Fabian,

soweit ich weis wird normalerweise nur der Rücklauf vom Kühler über den Thermostat geregelt. Alle anderen Rückläufe gehen nicht über den Thermostat - der Thermostat würde ja sonst bei niedriger Kühlmitteltemperatur die anderen Rückläufe drosseln oder gar sperren. - und das ist nicht sinnvoll

hoernchen

#6

Moin!

Ich wollte noch mal einen Abschlussbericht zu dem oben geschilderten Problem geben. Ich habe dieses Wochenende die Zusatzwasserpumpe erneuert und einen Bypass von 10 mm Innendurchmesser am Turbo vorbei gelegt - es wird also der eingehende Kühlmittelstrom vor dem Turbo gesplittet auf 2x 10mm, eine Leitung versorgt den Turbo, die andere führt daran vorbei. Nach dem Turbo werden wieder beide zusammengeführt und die Leitungen führen weiter zur Zusatzwasserpumpe.

Funktioniert alles wunderbar jetzt, der „Splitter“ ist absolut dicht (stammt aus dem Hydraulikzubehör, da es keine solchen Adapter von der Stange gibt) und mein Zuheizer schaltet sich nicht mehr wegen Überhitzung ab.

So konnte ich mir auch eine Verlegung der Turbozuleitungen an andere Stelle ersparen (z.B. Leitungen zum / vom Kühler). Das hat neben dem geringeren Umbauaufwand den Vorteil, dass a) der Turbo immer im Kühlkreislauf ist und nicht nur dann, wenn das Thermostat den Kühler „freischaltet“ und b) die Nachlauffunktion der Zusatzwasserpumpe auch den Turbo mit „umspült“. Ich bin zufrieden.

Beste Grüße,

Fabian