Motortausch nach Motorschaden beim Ali

Hallo

Ich bin schon seit geraumer Zeit hier angemeldet und lese fleißig alles Mögliche mit. Konnte so meine Anfallenden Reperaturen problemlos meistern. Vielen Dank für dieses tolle Forum.

Nun allerdings habe ich, wie aus der Überschrift zu erkennen, ein dickeres Problem bei dem ich einen Ratschlag brauche da nichts dazu zu finden ist.

Mein Auto:

:seat:
1,9 TDI 85KW
Erstzulassung 07.2003
206.000 km
MKB AUY
Getriebe: Automatik 09B

Problem:

Nach Kopfdichtungswechsel ist an meinem :seat: nach ca. 900km Problemlosen fahrens der Haltebolzen der Zahnriemen Spannrolle (Hydraulikspanner) abgerissen.
Habe die Zahnriemenseite komplett aufgemacht und geschaut, ob ich da noch etwas manuell drehen kann.
Kurbelwelle ging ein Stück zu drehen bis ein Anschlag gekommen ist. Die Nockenwell hingegen ist fest.

Ich gehe nun davon aus das der Motor komplett tod ist, nicht nur der Kopf fertig ist, sondern auch die Kolben einen abbekommen haben, möglicherweise die Kurbelwelle auch nicht mehr zu gebrauchen ist.

Also muß ein anderer Motor rein. Dieses werde ich auch machen.

Mein Problem besteht nun darin:

Da es ein Motor mit Automatikgetriebe ist, kann man da einen Motor von einem Schaltgetriebe nehmen und „einfach so“ das Automatikgetriebe ranbauen, oder ist der Antrieb vom Motor auf das Getriebe anders …

Liebe Grüße

Markus

#1

Allgemein gesehen habe die Motoren Schalter/Automatik andere Schwungräder.

Eigentlich sollte man die Schwungräder austauschen können, aber sichere Erkenntnisse dazu habe ich nicht.
Vereinzelt wird auch schonmal gesagt, es geht nicht, weil die Kurbelwelle samt Schwungrad gewuchtet ist. Aber dann dürfte man ja auch das ZMS nicht mal eben so austauschen, also das halte ich für unsinnig.

#2

Welche Schraube ist denn da genau gerissen? Die der Spannrolle (langer M8 auf M10 Bolzen) oder eine der Befestigungsschrauben des Hydraulikspanners? Hast du neue Schrauben/Bolzen genommen?
Hab die Aktion mit ZKD-Wechsel und Zahnriemen auch grad hinter mir…

#3

Es ist die Lange M8 auf M10 abgerissen
Ich hatte das nicht getauscht, da der Zahnriemen incl. diesem Bolzen bei ca. 191.000km neu gemacht wurde und erst ca. 15.000km in Benutzung ist.

Das mit dem Schwungrad wäre ja dann nicht der übergroße Zusatzauwand zum Wechseln?
Ich hoffe aber das mir hier noch jemand genaures dazu mitteilen kann.

#4

Schwungrad und Kurbelwelle waren früher bei Mercedes mal gemeinsam gewuchtet . Heutzutage baut man das einfach um .

#5

Nur kurz laut mitgedacht (auf tausend km gerundet)

191 Tkm Zahnriemen + Bolzen neu
205 Tkm ZKD gewechselt (ZR und Bolzen weiterverwendet)
206 Tkm Bolzen abgerissen. Motor (vermutlich) Totalschaden.

Richtig so?
Autsch. :heul:

Hier gab es mal einen Faden, dass man den Bolzen nicht zu tauschen braucht.
Vielleicht war die Mutter aber auch nicht richtig festgezogen und der Bolzen auf Biegung belastet. :-/

#6

Richtig so

Der Bolzen wurde mitgetauscht da der alte stark korodiert gewesen ist

Die Vermutung das ich die Schraube eventuell nicht richtig festgezogen hab liegt nahe, habe die Mutter halt wiederverwendet und mit 20Nm+45 grad angezogen :anxious:

Der Stehbolzen wurde mit 25Nm angezogen und das M10 Gewinde war vollständig im Block verschwunden

Egal … Motor platt = :schraub:

#7

Guten Abend,

ich hab genau die Kombination, AUY Motor + 09B Getriebe. Nach ein wenig schmökern in der Anleitung und dem Teilekatalog scheint es so das Schwungrad und eine Halteplatte

unterschiedlich ist zwischen Schaltgetriebe und Automatik. Sonst wird von Unterschieden nichts erwähnt. Von Wuchten ist nirgends die Rede. Ich denke man baut das Schwungrad einfach ein ohne Wuchten (= #4) . Damit ist ein Austausch wohl auch einfach möglich.

Meines Wissens hat der AUY mit Automatik auch kein ZMS sondern nur ein einfaches Schwungrad (?)

Sehr interessanter Fall, wo das doch eine der Hauptängste und Diskussionen ist was passiert wenn wirklich der ZR reißt oder eine Befestigung wegbricht. Super wäre es wenn Du den alten Motor, wenn auch wohl total kaputt, etwas zerlegst um herauszufinden was wirklich defekt ist. Würde sicher viele hier interessieren.

Viel Erfolg!

Gruß

SpaceSchrauber

#8

War der Riemen denn noch drauf als Du die Abdeckung geöffnet hast, oder ist der gerissen?

Hast Du die Wellen ohne Riemen einzeln gedreht? shock.gif

Meine Spannrolle hatte sich auch verabschiedet, der ZR war einen Zahn übergesprungen. Der Motor ist fast von selbst ausgegangen.
Nach Erneuerung des ZR incl. aller Rollen und des Spanners läuft er wieder einwandfrei!

Literatur -> www.sgaf.de/content/zahnriemen-auy-uebergesetzt-supergau-443487

mutex/ijq/mutex

#9

zu #7

Na das hört sich dann doch sehr positiv für mich an. Wäre super wenn ich wüßte welche Halteplatte das ist. Vielleicht ist es möglich, eine Explosionszeichnung oder änliches an mich weitergeben zu können.

Habe schon so einiges geschraubt und auch einige originale Reperaturleitfäden von VW (die blauen Bücher), aber von dieser Stelle ist da leider nix dabei und so „tief“ war ich dann auch noch nicht an den „Innereien“ 8)

Ich werde versuchen das mit dem Auseinandernehmen hinzubekommen, kann das allerdings nicht versprechen.
Da ich keine Grube oder Hebebühne habe und es auch an Motor-/Getriebehalter bzw. Heber mangelt, muß ich diese Aktion in einer Mietwerkstatt machen (ZKD habe ich unter dem Auto liegend mit Rampen gemacht). Die Mietwerkstatt ist allerdings ca. 30km von meinem Wohnort entfernt und ich weis jetzt noch nicht so genau was für einen Motor ich nehmen werde. Habe da welche gefunden die rel. wenig Km haben, aber als Autauschteil mit dem Defekten gehandelt werden. Wenn das so einer werden sollte ist das natürlich schlecht mit nachschauen, zum einen da dieser schnell weg muß um eine mögliche kaution wieder zu bekommen, als auch wegen möglicher Palettenplatz-Einstellgebühren in der Mietwerkstatt … wenn doch machbar gibt es das aber mit Fotos.

zu #8

der Riemen war so, quasi, noch drauf und nicht gerissen. Allerdings war dieser so locker, das er auf dem Nockenwellenrad problemlos, ohne ihn großartig ziehen zu müssen, schon um 2! Zähne verrutscht werden konnte.
Nach dem Abbrechen des Bolzen´s hatte der Zahnriemen so viel Spiel, dass die obere Zahnrimenabdeckung quasi weggesprengt wurde. Diese lag etwas verkantet auf dem Nockenwellenrad und ratterte in den Zähnen herum.

Als ich dann die Zahnriemenverkleidung soweit weggebaut hatte (Motorhalterung auch weg), habe ich die Spannrolle auf der Umlenkrolle liegend gehabt. Da war mir eigentlich schon klar das es das mit dem Motor gewesen ist. Den Zahnriemen habe ich dann mit einer Säge rausgeschnitten, da ich zu faul war die untere Zahnriemenabdeckung loszumachen.

Habe dann die Kurbelwelle gedreht. Nach ca. … hmmm … denke es waren vielleicht 10-15 grad, kam ein Widerstand, der sich auch durch (etwas) stäkeres drücken nicht überwinden lies. Kurbelwelle wieder etwas zurück gedreht.
Dann habe ich versucht, die Nockenwelle zu drehen. Dies wurde an der zentralen Schraube in Motordrehrichtung probiert. Habe dabei so fest gedreht, das sich die mit 100Nm angezogene Schraube einfach weiter drehen lies ohne das sich sonst etwas bewegt hat …

Somit war klar das die Ventile sich auf jeden Fall mit dem Kolben geboxt haben :kommher:
denke daher, dass die Pleul auch krumm sind.

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#10

Pleuel sind in den seltensten Fällen krumm, wenn überhaupt dann haben dessen Lager gelitten, das Risiko ist aber gering

Ich würde erstmal den Kopf abbauen und dann den Kolbenüberstand messen und vergleichen und dann entscheiden, evtl reicht ein gebrauchter Kopf

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#11

Das wäre natürlich eine Sache. Ich war der festen Überzeugung, nachdem was ich bisher so im Netz gefunden hatte, dass bei Kontakt der Kolben mit den Ventilen nicht nur der Kopf durch ist

#12

#7

So sieht der Motor ohne Automatikgetriebe aus

Das ist nur eine Art Blechplatte an die der Wandler geschraubt wird.

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#13

Hallo Markus.
Ich habe diesen Winter an meinem Ali auch einiges gemacht und mich gefragt,
ob man beim Alhambra den Motor oben oder unten rausnimmt? Hast du da schon Erkenntnis?
Danke und Gruss.
Bernhard

#14

Hallo Bernhard

jenachdem welche Möglichkeiten bestehen (Hebebühne, Motorheber … )

da habe ich mir persönlich noch keine richtigen Gedanken dazu gemacht, denke aber das es nach unten am einfachsten sein sollte.

Habe mit dem abbau des Kopfes begonnen. Hier mal ein paar Bilder:

Zylinder 1


Zylinder 4

Zylinder 2+3 sehen eigentlich ok aus

Nockenwellenrad

Zahnriemenspanner


Der Hydraulikspanner ist auch platt, da der Riemenspanner dagegen gedonnert ist und das Spannelement abgebrochen hat

#15

Aua, da sollte man sich die Kolben aber sehr genau anschauen.

#16

Die meiste Gewalt fangen die Ventile ab, die schauen oft aus wie Bananen, wie gesagt hatte schon einige TDI mit gerissenem Zahnriemen in den Fingern, nach Montage von gebrauchtem Kopf liefen die solange die in meinem Eigentum, bzw Dunstkreis waren

#17

Na das macht mir ja Mut :frustkiller:

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, krumme Pleuel im eingebautem Zustand zu erkennen?

Ich denke nicht, aber wie schon geschrieben hatte ich mich bisher nicht so tief in Motoren bewegt.

Wenn es wirklich so einfach sein sollte, den Wagen nur durch den tausch des Kopfes wieder flott zu bekommen … :meister:

Vorallem die Kosten wären dann für mich ca. 750 euro weniger zum Motoren tausch

#18

Klar . Kopf ab und Abstand bzw überstand der kolben messen.sollte bei allen fast gleich sein

#19

Morgen kommt der Zopf runter, ist nur noch die Ölvorlaufleitung vom Turbo dran (dieses blöde Teil :frowning: )

Hier nochmal paar Bilder mit ausgebauter Nockenwelle und entfernten Hydos, soweit die Möglich war

Zylinder 1-4




Abgerissener Stehbolzen

Hydraulikspanner ohne Spannbolzen

Der Spannbolzen