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Schwinghebel Ölbohrungsstopfen ausgebrochen, AUY Motor

Bild von SpaceSchrauber

Die Symptome die der ausgetriebene Ölbohrungsstopfen erzeugt sind sehr diffus. Einzig sichtbar ohne jedes Zerlegen war im beschriebenen Fall ([406242]) eine geringe Ölspur im Bereich des Ladeluftkühlers die einer Undichtigkeit im Bereich des Turboladers ähnelt.

SpaceSchrauber schrieb:
... Der offene Stopfen  erzeugt wohl eine Oelfontaene ganz rechts an der Steuerungsseite (= Zahnriemen) im ZK Deckel und ein kleiner Teil findet den Weg über die Kurbelgehauseentlueftung genau dort, ins Ansaugrohr und tritt an der tiefsten Stelle, beim Ladeluftkuehler aus. Damit wäre die Oelundichtigkeit erklärt die ich bis jetzt dem Turbo zugeschrieben habe, obwohl dieser funktionsfähig ist ...

So diagnostiziert man den herausgefallenen Ölstopfen der Schwinghebelachse eines PD Motors (hier bei einem AUY):

Zuerst zieht man die Motorabdeckung herunter und entfernt das Schaumstoffmäntelchen, dann sieht der Motor wie ein Motor aus.

Nun den Kurbelgehäuseentlüftungsschlauch entfernen und die Zylinderkopfdeckelschrauben (6-Kant SW10) herausschrauben. 12 der 13 Schrauben lassen sich problemlos mit einer Stecknuss lösen. Die 13te hinten direkt unter dem AGR ist ein echtes Problem. Zum Lösen muss das AGR (3 Schrauben Innen-6-Kant SW5) abgeschraubt werden.

Den ZK-Deckel abnehmen und dabei aufpassen das die Dichtung nicht irgendwo festklebt und einreißt.

Dann sieht man Folgendes, wobei auf dem Bild auch Zahnriemen, Tandempumpe etc. entfernt sind. Das ist für den Zweck der Ölverlustkontrolle nicht notwendig.

Zylinderkopf Ölstopfen AUY 1

Oben sind die 2 schwarzen Schwinghebelelemente. An jeder Stirnseite ist ein Ölstopfen eingepresst, der den Ölkanal im Schwinghebel am Ende verschließt. Es gibt also insgesamt 4 Stopfen.

Bei mir war in der linken vorderen 'Tasche' des Zylinderkopfes ein merkwürdiger Ölsee zu sehen. Hier von oben besser zu sehen. Außerdem ist mir der zunächst merkwürdige kleine Teil im Schraubenkopf der Zylinderkopfschraube links aufgefallen.

Zylinderkopf Ölstopfen AUY 2

Hier nun Bilder des ausgebauten Zylinderkopfes von beiden Seiten und des gelösten Stopfens.

Zylinderkopf Ölstopfen AUY 3

Zylinderkopf Ölstopfen AUY 4

Zylinderkopf Ölstopfen AUY 5

Bei mir hat sich der Stopfen auf der Steuerungsseite (Zahnriemen) gelöst und ist zum Glück im Schraubenkopf gleich daneben liegen geblieben. Dadurch kann das Öl ungehindert aus der Ölbohrung des Schwinghebels austreten und den Ölsee verursachen. Da die Austrittsstelle direkt neben dem Ventil der Kurbelgehäuseentlüftung liegt findet sicher ein mehr oder weniger großer Teil des ausrinnenden Öls den Weg in den Ansaugkanal. Von dort in den Ladeluftkühler und von dort nach draußen. Die Luftschlauchverbindungen sind nicht ganz Öldicht.

Genauso könnte sich auch der Stopfen auf der anderen Seite lösen. Die innen liegenden Stopfen eher nicht da der Abstand der Schwinghebel recht klein ist.

Zur Kontrolle entweder genau nach dem kleinen Alu-farbigen Stopfen schauen oder mit einem dünnen Draht danach fühlen. Fehlt der Stopfen wirklich dann muss er (hoffentlich) irgendwo im oberen Teil des Zylinderkopfes sein. Besonderes Pech wäre es wenn er die Kurbelgehäuseentlüftung heruntergefallen ist bis ins Kurbelgehäuse.

Die genauen Maße des Stopfens: Durchmesser 6.15mm, Länge 7.05mm

Der Plan ist den Stopfen mit grüner (hochfest) Schraubensicherung (z.B. Loctite) wieder einzupressen.

Vor dem Aufsetzten der Zylinderkopfhaube alle Dichtflächen sauber machen und die Schrauben gleichmässig mit 10Nm anziehen. Laut Anleitung sollen die 4 Kanten an der Welle mit einem Tropfen Silikondichtmittel versehen werden.

Viel Spass

Gruss

SpaceSchrauber

SGA-Stichworte: Ölverlust, Schwinghebelachse, Ölbohrungsstopfen

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