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Klimaanlage

Bild von mavo


Zu den Schwachstellen fast aller heute produzierten Autos gehört die Klimaanlage.
Die Gründe liegen nicht nur in der z.T. schlechten Verarbeitung.
Häufig entstehen größere Fehler auch durch fehlende Wartung der Anlagen. Daher ist es unverständlich, dass viele Hersteller die Wartung der Klimaanlagen nicht in ihre Inspektionspläne einbauen.


 


 


Funktionsweise einer Klimaanlage 2 
In den meisten Fällen kommt es zu Schäden an der Anlage, weil sich zu wenig Kältemittel und Klimaöl im Kreislauf befinden. Das kann dazu führen, dass der Kompressor nicht mehr ausreichend geschmiert wird. In diesem Fall macht er häufig zuerst Geräusche (klackern, quietschen) und fällt dann mit einem Lagerschaden komplett aus. Bei einer Anlage mit Klimatronik wird ein zu niedriger Kältemittelstand durch Ablage einer Fehlermeldung im Speicher und damit verbundenem Blinken des Displays angezeigt.

Für den Verlust des Kältemittels kann es mehrere Gründe geben:
 


  • Natürlicher Verlust
    Das ab 1994 in Autoklimaanlagen verwendete Kältemittel R134a ist sehr flüchtig und neigt dazu auch durch intakte Gummischläuche und Dichtungen zu entweichen. Ein jährlicher Verlust von bis zu 8% gilt als normal. D.h, nach 5-6 Jahren ist selbst in einer optimal arbeitenden Klimaanlage nicht mehr genügend Kältemittel für eine einwandfreie Funktion vorhanden.
  • Verluste durch trockene Dichtungen und Schläuche
    Das im Kältemittel gebundene Klimaöl dient u.a. der Abdichtung der Anlage
    Wird eine Klimaanlage längere Zeit nicht benutzt, trocknen die Dichtungen und Schläuche aus.
    Dadurch kann das Kältemittel leichter entweichen. Daher sollte die Klimaanlage wenn möglich das ganze Jahr hindurch eingeschaltet beiben.
  • Leckage durch Oxidation (Lochfraß)
    Im Laufe der Zeit bildet sich im Kühlkreislauf Feuchtigkeit in Form von Wasser. Dieses wird normalerweise im Trockner gebunden. Ist der Trockner verbraucht oder defekt, vermischt sich das Wasser mit dem Kältemittel. Durch die Feuchtigkeit kann es im Verdampfer und im Kondensator zur Oxidation kommen. Es bilden sich Löcher in den Metallgehäusen des Verdampfers bzw. des Kondensators. Ein weiterer Effekt des Wassers ist, dass es durch Eiskristallbildung das Expansionsventil verstopfen kann.

 



Bei unseren Wagen kommt noch die relativ hohe Anfälligkeit des Trockners hinzu.
Durch den engen Motorraum musste dieser zusammen mit dem Hoch und Niederdruckschalter, außerhalb des Motorraumes angebracht werden. Man wählte dazu eine Montageposition direkt hinter der Stoßstange (links, zwischen Radkasten und Nebelscheinwerfer). Dort sind die relativ empfindlichen Bauteile Gischt, Salz, und Parkremplern ausgesetzt. Daher ist der Grund für defekte Klimaanlagen häufig dort zu suchen.

Abhilfe ?
Da man an der Konstruktion und der Funktionsweise der Klimaanlage nichts ändern kann, hilft nur eine regelmäßige Wartung der Anlage. Das bedeutet:
Alle 2 Jahre, Austausch des Kältemittels und des Kompressoröls
Alle 4 Jahre, Austausch des Trockners
Neufahrzeuge brauchen zumeist erst nach 3 Jahren zum ersten "Klimacheck".

Da man für diese Wartungen eine Klima Servicestation, die das verbrauchte Kältemittel "evakuiert", die Anlage einer Druckprüfung unterzieht und sie anschließend mit der richtigen Menge neuem Kältemittel und Öl befüllt, benötigt, kann man diese Arbeiten nicht selbst durchführen. Die Wartung sollte bei einer von den Klimaanlagenherstellern zertifizierten Fachwerkstatt durchgeführt werden. Hinweis: Das einfache Ablassen des Kältemittels "auf der grünen Wiese" ist ein Verstoß gegen Umweltschutzbestimmungen und strafbar.

Wie eine Klimawartung mit Wechsel des Trockners beim "alten" Modell aussieht, findet ihr hier:

Wechsel des Trockners und Druckschalter

Die Kosten für eine Wartung der Klimaanlage mit Überprüfung und Neubefüllung, liegen zwischen 70 und 120 Euro.
Wird der Trockner mit ausgewechselt, kommen noch einmal ca. 40,- Euro (nur Material) hinzu.

Diese Wartung sollte nicht mit der Desinfektion des Wärmetauschers (Verdampfers) verwechselt werden !
Dabei werden lediglich Bakterien mit einem Sprühmittel, welches in das Verdampfergehäuse eingesprüht wird, abgetötet. Diese Wartung sollte nur bei einer tatsächlich auftretenden Geruchsbelästigung durchgeführt werden, da die verwendeten Chemikalien u.U. gesundheitsschädlich sein können. Diese Arbeiten können auch selbst durchgeführt werden. (Eine Dose Desinfektionsschaum kostet etwa 15,- Euro)

Nach unserer Einschätzung ist die Überfüllung der Klimaanlage überraschenderweise eines der am häufigsten Probleme der Klimaanlage. In vielen Fällen nehmen die Werkstätten fälschlichweise an, dass eine Doppelklima vorhanden ist und füllen zu viel Kältemittel ein. In vielen anderen Fällen scheinen die Klima-Servicegeräte mit den im SGA verwendeten Diagnoseadaptern nicht klar zu kommen. Die Serviceventile können von den Geräten offenbar nicht vollständig geöffnet werden. Dann wird ein Vakuum nur bis zum Serviceventil gezogen, die Anlage selbst wird jedoch nicht vollständig entleert. Auf diese Weise wird die Klimaanlage überfüllt obwohl ein Protokoll vorhanden ist, dass ein ordnungsgemässes Vakuum gezogen wurde und die Klimaanlage anschliessend mit der korrekten Füllmenge befüllt wurde.

Manchmal führen jedoch auch kuriose Probleme dazu, dass die Klimaanlage nicht mehr funktioniert, wie in diesem Beitrag nachzulesen ist.
http://www.sgaf.de/viewtopic.php?t=68024 


SGA-Stichworte: Klima, Klimaanlage

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