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Diagnose Turboladerschaden

Bild von Rabbit

Liebe SGA Besitzer mit Turboladermotor,

ich schreibe hier eigentlich über TD bzw. TDI Modelle, die Anleitung ist etwas abgewandelt, aber auch für Benziner mit Turbo z.B. den 1,8 T Benziner anwendbar.

Wenn sich ein TDI den 250.000 Km nähert (meist auch erst zum Glück weit darüber) kann es sein das man einen erhöhten Ölverbrauch feststellt, bei mir ca. >= 1 Liter auf 5000 Km beim AUY.

Dann, eines Tages, kam ein sehr gut hörbares Turbopfeifen als Dauerbegleiter aus dem Motorraum hinzu, dies war im Standgas bei geschlossenen Scheiben auch schon hörbar.

Nach ca. 1000 km kam dann der Tag X, an dem ich schnell mal beschleunigen musste und den Motor im ersten über 3000 U/min. drehte, dies wurde mit einem sofortigen Kreischen aus dem Motorraum belohnt, dem ein sofortiger Leistungsabfall folgte.

Ich wollte mich noch auf einen sicheren Parkplatz retten, der Motor wurde immer träger und der Auspuff qualmte bis der Motor von selbst aus ging.
Ein nochmaliges Starten war nicht mehr möglich, da der Anlasser den Motor nicht mehr drehen konnte.

Nach dem abenteuerlichen Abschleppen wollte ich der Sache auf den Grund gehen, wusste aber eigentlich schon das es NUR der Turbo mit um die 260.000 Km sein konnte.

Meine Sofortmaßnahme war den Ölstand, der auf unter minimal abgefallen war, auf zu füllen (darf auch altes Öl vom Ölwechsel sein), dann habe ich die LLS am AGR und den PD-Elemente Stecker am Motorblock getrennt und beiseite gelegt.

Als nächstes habe ich alle 4 GK aus dem Motor raus geschraubt (GK von Zylinder 3 und 4 waren ölgenässt die von Zylinder 1 und 2 trocken) und einen Lappen auf die Öffnungen gelegt (dies bitte nicht nachmachen sondern gleich einen stabilen Pappkarton nehmen).

Sicherheitshalber würde ich vorab noch mal die obere Zahnriemenabdeckung abmachen und mit einer Taschenlampe prüfen, ob der Zahnriemen selbst noch gespannt ist, soweit noch gut aussieht und noch alle Zähne vorhanden sind.

Dann den Anlasser extrem kurz! leiern lassen, bei mir flog in diesem Moment der Lappen in einem hohen Bogen vor das Auto, als ich nach sah war dieser komplett mit Motoröl getränkt und eine Ölspur von ca. 5 Meter vor die Fahrzeugfront gespritzt.

Daher bitte gleich einen Pappkarton nehmen und diesen vielleicht noch mit Küchenrolle oder ähnlich saugfähigen Material auslegen.

Da beim ersten Leiern nichts klackerte, klimperte oder sonstige ungewöhnlichen metallischen Geräusche hörbar waren, setzte ich das Leiern mit dem Pappkarton vor den GK Öffnungen fort.

Und siehe da es kam, begleitet von einem normalen Luftpumpengeräusch, immer weniger Öl aus den Öffnungen von Zylinder 3 und 4, bis dann gar kein Öl mehr raus kam.

Noch mal Motoröl überprüfen, GK reinschrauben (nicht die elektrische Brücke der GK montieren) und PD-Elemente Stecker am Motorblock auf stecken (LLS NICHT ! mit dem AGR verbinden) und OHNE Gas zu geben starten, springt der Motor an und hört sich normal an, ist NUR der Turbo platt.

Bitte den Motor nur ganz kurz und NUR im Standgas und vor allem OHNE Ladeluft-Rohr/-Verbindung zum AGR laufen lassen.

So jetzt kommt die Arbeit, Turbo austauschen, sicherheitshalber Ölleitungen vom und zum Turbolader erneuern, LLS komplett von Öl und Alubröckchen reinigen, vor allem vor dem Ladeluftkühler befindet sich viel Öl und Dreck.

Öl und Ölfilterwechsel etc..

Über den Turboeinbau gibt es, denke ich, hier schon einen Beitrag, ansonsten reiche ich den vielleicht noch mal nach.
Ich würde sicherheitshalber bevor der neue Turbo montiert wird noch mal prüfen ob Öl aus der Ölzuleitung zum Turbo fließt (Behälter unterstellen!).

Gruß
Rabbit, der hofft das möglichst wenige SGA Fahrer diesen SGAPedia- Beitrag nutzen müssen

Gruß

Rabbit

SGA-Stichworte: Turbolader

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