Unterdrucksystem von der TDI in unsere SGA Vorwort: Es gibt hier
Grundsätzliches: Da der Dieselmotor selbst kein Unterdruck erzeugt (also nicht wie der Benziner, wo man den Unterdruck an der Ansaugbrücke abnehmen kann), ist eine Unterdruckpumpe verbaut. Diese Pumpe wird mechanisch angetrieben. Unterdruckpumpen:
Bei den Dieselmotoren mit VEP-Einspritzung ist es eine einfache Flügelzellenpumpe, die über die Nebenwelle angetrieben wird (1. Bild). Bei den Dieselmotoren mit PD-Einspritzung wird eine Tandempumpe zur Unterdruckerzeugung verwendet. Wie der Name schon verrät, hat die Pumpe 2 Funktionen. Erstens ist es eine Unterdruckpumpe, zweitens eine Vorförderpumpe für die Dieselzufuhr. Die Pumpe findet man am Zylinderkopf getriebeseitig (2. Bild). Darstellung Unterdrucksystem: Von der Unterdruckpumpe führt eine relativ dicke Unterdruckleitung zum Bremskraftverstärker. Danach kommt ein Rückschlagventil (damit die Bremskraft nicht ausfällt, wenn nach dem Bremskraftverstärker eine Undichtigkeit im Unterdrucksystem auftritt). Von diesem Rückschlagventil gehen Unterdruckschläuche zum (Ventil hat nur ein Anschluss, Verzweigungen werden mittels T-Stücke realisiert): Jedes Regelventil wird auch „belüftet“. Das heißt, dass wenn das Ventil nicht elektrisch angesteuert wird, nach dem Ventil der Außenluftdruck/Atmosphärendruck herrschen muss. Außerdem wird dieser Anschluss beim Druckwandler für ein genaues einregeln des benötigten Unterdrucks gebraucht. Damit hat jedes Ventil 3 Anschlüsse. Der Aussenluft-Eingang verhindert, dass dauerhaft ein Unterdruck im System herrscht. Daher wird der Unterdruck nach dem die Ansteuerung des Ventils beendet wurde, mit Außenluftdruck abgebaut. Damit kein Schmutz in das System eindringen kann ist auch am Aussenluft-Anschluss ein Schlauch angeschlossen, der zum grossen Luftfilter oder zu einem kleinen Luftfilter führt. Eine Undichtigkeit in dieser Leitungen ist also nur kritisch im Sinne Verschmutzung. Regelventile:
Damit sind wir bei den unterschiedlichen Regelventilen. Dann gibt es noch den etwas komplizierteren elektropneumatischen Wandler. Oft wird der Wandler auch einfach nur als Druckregelventil bezeichnet. Der Wandler wird vom Motorsteuergerät getaktet bestromt. Durch das Verhältnis von geöffneter zu geschlossener Stellung des Wandlers kann der Unterdruck in der Membrandose so geregelt werden, dass zB. die AGR eine bestimmte Stellung einnimmt. Hierdurch kann das AGR also eine genaue Durchflussmenge steuern Das Tastverhältnis der beiden Regelventile kann man mit VAG-COM aus dem Motorsteuergerät auslesen. Unter MWB 3 und 11, jeweils Anzeigegruppe 4 anschauen (Erklärung der Benutzung von VAG-COM hier Die Ventile werden vom Motorsteuergerät angesteuert. Plus liegt dauerhaft an, gesteuert oder getaktet wird über die Masse (PWM Problemsuche: Zu niedriger Unterdruck kann zB. dafür sorgen, dass das VTG zuwenig angesteuert wird, wodurch es spät oder gar nicht den Soll-Ladedruck erreicht. Auch kann eine Undichtigkeit im System dafür sorgen, dass der Bremskraftverstärker über Nacht seinen Unterdruck verliert (Pedal morgens beim ersten Betätigen bei Motor aus „hart“). Der Unterdruck kann gemessen werden. Es gibt einen Anschluss dafür direkt am Bremskraftverstärker oder man kann den Unterdruck direkt vor dem Wandler für die VTG-Verstellung, vor dem Magnetventil für die Abstellklappe oder vor dem Wandler für die AGR-Verstellung messen. Dazu zieht man einfach den Schlauch ab und schließt das Druckprüfgerät oder ein Manometer mit Unterdruckbereich dort an. Der Unterdruck sollte ca. 600 mbar betragen. Oft findet man hier der Ursache in der Leitung direkt an der Pumpe zur Bremskraftverstärker hin (diese Leitung bewegt sich, da sich die Pumpe mit dem Motor bewegt, der Bremskraftverstärker aber nicht). Grundsätzlich sollten alle Leitungen aber dicht sein. Auch die Kunststoffverbindungen/T-Stücke sind oftmals Schuld an einem Unterdruckverlust. Da hilft leider nur eine etwas aufwändigere Suche… Hier wird vom User MR.PANASONIC der Tausch des Unterdruckrohres von der Tandempumpe zum Bremskraftverstärker beschrieben.
Fehlerbild: Ich hab also erst mal auf Verdacht das Unterdruckrohr bestellt und nach Austausch gleich den Fehler gesehen. Teilenummer: Hier die Fotos vom ausgebauten Teil: Links ist der Anschluss zur Tandempumpe, Ausbau: am Besten bei kaltem Motor, da das AGR ziemlich heiß ist!
Einbau: Der Rest ist dann easy, eventuell den Dieselfilter hochnehmen und die Klemme (siehe Bilder aus der Knowledge Base) entfernen, dann hat man mehr Platz um den Luftschlauch ins AGR zu drücken. Fehlerursache: Fazit: wenig Arbeit, geringe Kosten und nun wieder ein sicheres Auto. Regelventil/Druckwandler prüfen: 1) AGR-Wandler. Testweise ohne Unterdruckschlauch am AGR-Ventil fahren (Achtung: Schlauchende verschließen!!) und schauen ob es besser wird. Wenn das der Fall ist, sollte noch der Unterdruck geprüft und das AGR-Ventil auf Gängigkeit geprüft werden. Falls jemand noch Bilder oder Ergänzungen liefern kann sind die jederzeit willkommen! SGA-Stichworte: Schlauch, Unterdruck, Unterdruckschlauch (1 Bewertung) |
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